Teilnehmerzahl überschaubar ?!

Zitat aus: Yacht Spezial classic Seite 26-28  (Auszug)

Artikel „Nicht wegzudenken“,

Sie stehen im Schatten der Großen. Warum kleine Klassiker dennoch tragender Teil der Szene sind, erläutert der Jollen-Experte Manfred Jacob

Yacht-Spezial-Classic_2013-1_CIMG43413_200x256Frage: Welche Jollenklassen tun sich hierzulande hervor?

Antwort: Die Sharpies standen mal gut da, das ist eine Einheitsklasse, bei der nur Holz erlaubt ist. Die brachen in Deutschland ein, sind aber in England und Portugal noch stark. Bei den Piraten gibt es ein Holzboot-Treffen, aber die Teilnehmerzahl ist überschaubar. Erwähnen muss man auf jeden Fall die 20er-Rennjollen, die bringen viele Schiffe an den Start. Die Top-Boote sind relativ teuer, doch zum Einsteigen reicht auch ein weniger aussichtsreiches Exemplar. Trotzdem schwächeln sie, wie viele andere, an Überalterung.

Zitat – Ende

Zunächst freute ich mich, dass mein Holzpiratenfestival indirekt genannt wird, aber „überschaubare“ Teilnehmerzahl? Gut die ca. 15-20 Holzpiraten sind im Vergleich zu großen Ranglistenregatten von GFK-Segeljollen mit >50 Booten gewiss eine überschaubare Anzahl, richtig. Das im gleichen Atemzug von „vielen“ 20er-Rennjollen am Start gesprochen wird, dass nehme ich mal mit unter die Lupe.

Bekannte Holzbootregatten wie die Hamburg Summer Classics, Traditionelle Holzbootregatta in Schwerin , Havel Klassik und die Holzbootregatta auf dem Steinhuder Meer mit oft 50 (und mehr) Booten sind groß, aber mit gemischten Bootsklassen. Das zählt meiner Meinung nach nicht in diesem Zusammenhang, da hier viele Jollentypen gleichzeitig mitsegeln. Die Anzahl der Boote einzelner Jollenklassen fällt klein aus.

Wie sieht es also mit den Holzboot-Regatten für einzelne Jollenklassen aus?

Bei den genannten Sharpies liegen die Stückzahlen, bei ca. 15 Stück (davon 5 deutsche Jollen in 2012) bei den German Open, die meisten aktiven Boote sind jedoch in England und den Niederlanden zu finden, nicht bei uns. Die 22er-Rennjolle des oben interviewten Herrn Jacob kommt selbst auf 17 Stück (2011), also auch ca. 15-20 Stück wie die Holzpiraten. Ist das nun überschaubar oder viel? Die O-Jollen haben keine mit dem Holzpiratenfestival vergleichbare Regatta oder Initiative. Hansajollen sehe ich schon eher als kleine Dickschiffe.

Andere alte Jollen in Holz (in nennenswerter Zahl) – Fehlanzeige!

Schaut man sich also die Zahlen an: Piraten ca. 15-20, Sharpies ca. 15, 22er-Rennjollen ca. 15-20, dann ist das jeweils „überschaubar“ bzw. groß. Zieht man den Kreis größer bis hin zu den Jollenkreuzern, muss man leider feststellen, das die gesamte Holzjollenszene deutschlandweit recht überschaubar ist. Das Festival der Holzpiraten ist hierbei eine bekannte, feste Größe (2013 zum 10.Mal) und mit dieser Homepage als Anlaufstelle für alle „Holzwürmer“ unter den Seglern anderen Jollenklassen weit voraus derzeit.

2 Gedanken zu „Teilnehmerzahl überschaubar ?!

  1. Liebe Segelfreunde,

    durch Zufall bekam ich diesen allerdings schon älteren Bericht über die Teilnahme alter in Vollholz gebauten Jollen bei entsprechenden Veranstaltungen zu lesen … und habe mich gewundert, dass die sog. Alt-H-Jollen keine Erwähnung finden. Dass Manfred Jacob, meines Wissens aus bestimmten Gründen kein Jollen-Ansprechpartner des Freundeskreises mehr ist, die sehr aktive Alt-H-Jollen-Szene seinerzeit nicht erwähnt hat, war/ist mir klar. Dass Ihr uns in Eurer Klassen-Aufzählung auch unerwähnt lasst, ist allerdings nicht zu verstehen.
    Zur Kenntnis:
    Die Alt-H-Jollen-Szene ist seit 1981 überaus erfolgreich aktiv. Da gab es die heute so zahlreichen Holzboottreffen noch gar nicht. Innerhalb der H-Jollen-Klasse gab und gibt es Regatten und Treffen, von den zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen einmal abgesehen, die von sowohl modernen und Alt-H-Jollen gemeinsam besucht werden. Beim „Kobold-Preis“ (NRV/Alster) sind nur Vollholz-H-Jollen zugelassen. Ansonsten sind bei den wichtigsten Vollholztreffen immer H-Jollen am Start, und wie Ihr wisst, meist erfolgreich. Das schürt gelegentlich Neid, ist aber der tatsache geschuldet, dass die Klasse Konstruktionsklasse ist, also gerade, was die Ausrüstung angeht, viele H-Jollen- Besitzer sich das Segelleben leichter machen, weil sie ihre Jollen technisch auf einen neuen Stand bringen. Innerhalb der Klasse gibt es inzwischen seit längerem ein recht ausgeklügeltes System, durch eine einigermaßen gerechten Yardstick-Einstufung die unterschiedlich ausgerüsteten Jollen gegeneinander zu bewerten. Wie fair oder unfair je nach Alter der Jollen, deren Ausrüstung, dem Können der Mannschaft, Kurs und Windbedingungen die YS-Einordnung in einem Gesamtzusammenhang aller Klassen zu sehen ist, weiß jeder, der sich ein bisschen näher mit diesem Kapitel beschäftigt hat.

    Ahoi

    Michael Krieg
    (ehemaliger Obmann für klassische H-Jollen in der H-Jollen-Klassenvereinigung)

    • Moin Michael,
      danke für deinen Hinweis hier auf die „Alt-H-Jollen“. Ich habe mir die Seite und Fotos vom Kobold-Preis angesehen. Es ist sehr schön noch eine andere Regatta mit einer reinen Holzjollenklasse zu sehen. Sie war mir nicht bekannt.

      Überhaupt hatte ich meinen Fokus auf Regatten gelegt, die eine einzelne Jollenklasse haben und eben nicht Teilnehmer sind von irgendeiner der vielen Holzbootregatten. Somit kenne ich nun drei Segelklassen: Pirat, Sharpie und H-Jolle.

      Du machst einige Andeutungen wie: man müsse ja dieses und jenes wissen und drückst dein Unverständnis darüber aus. Das sehe ich anders. Es ist eben nicht überall dies und jenes bekannt (wir sind z.B. nicht der FKY) und von daher wiederspreche ich dir bei so einem Ton deutlich.

      Schönen Gruß
      Malte

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