Hochwasser statt Eisgang

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Ich bin auch schon mal auf dem Eis um den Steg herum gelaufen, aber dieses Jahr müsste ich zu ihm schwimmen, so hoch steht das Wasser bei mir am Steg. Wie ist es bei Euch? Habt ihr auch Hochwasser im Revier? Schickt mir gerne eure Fotos oder hinterlasst einen Kommentar.

Unser alter Holzpirat (OE 371)

Mein Vater war bereits in seiner ursprünglichen Heimat Berlin in den 1960ern am Wannsee begeisterter Pirat-Segler. Beruflich ging es nach Wien, und als er 1979 unser Ferienhaus in Weiden am See erwarb, war schnell der Gedanke da: ein Pirat muss her. Über Christian Claus, Olympiateilnehmer 1988, der damals ebenfalls in Weiden wohnte, bekam mein Vater den Hinweis, dass Michael Farthofer in eine andere Klasse gewechselt habe und seinen Holzpiraten verkaufte. Es handelte sich um ein 1973er Baujahr des Bootsbauers Irzl an der Alten Donau. Die Segel waren vom Raudaschl (dessen Tochter war später meine Arbeitskollegin). Um öS 65.000 wechselte das schmucke, flotte Stück Anfang 1980 den Besitzer.

Zunächst segelte mein Vater vorwiegend mit meiner älteren Schwester, ich selbst war sechs und fasziniert von den vielen Schnüren, dem Geruch und dem Aussehen. Wurde das Schiff abends abgetakelt, so sorge ich dafür, dass alle Schnüre und Seile geordnet ihren Platz fanden. Trotz eines zeitigen Segelkurses packte mich die Faszination Segeln dennoch vorerst nicht. Vielleicht sorgte eine Ausfahrt nach Podersdorf, die mit einem heftigen Sturm enden sollte und ich mich unter Deck verkroch, dafür, dass ich sehr viel Respekt vor den Elementen Wind und Wasser bekam. Das sollte sich ändern. Mit zunehmender Kraft und größerem Gewicht stieg auch die Lust zu segeln. Und so erlebten mein Vater und ich schöne, unvergessliche Stunden auf dem See, wenn bei günstigem Wind der Spinnaker gesetzt wurde oder etwa beim Preis von Weiden 2007, als an einem Tag vier Wettfahrten bei guten 5 bis 6 Windstärken gesegelt wurden. Im gleichen Jahr lernte ich meine Frau kennen, ich konnte sie leicht für das Segeln begeistern. Einmalig war unser Segelabenteuer nach Mörbisch und zurück, bei ebenso anspruchsvollem Wind; alles auf unserem treuen, alten Holzpiraten. Doch er kam in die Jahre, das Holz bekam Risse, was tun? Vergangenes Jahr übertrug mir mein Vater den Piraten, einen Verkauf verweigerte ich und wir ließen das Holz mit viel Aufwand von Grund auf erneuern. Und nun sitze ich mit meinen Kindern an Bord, werfe den Anker, packe eine Jause aus und genieße Wind, Sonne und Wasser und die gemeinsame Zeit.

Aber unser Pirat bedeutet mehr: an Bord gibt es keine Eile, keinen Termin und kein Handy (nur für Fotozwecke). Er gibt uns gemeinsam Zeit. Zeit gemeinsam das Boot ins Wasser zu werfen, aufzutakeln und zu segeln. Er garantiert gemeinsame Erlebnisse und Zeit, die nur für uns reserviert ist. Wir beurteilen Rippeln auf dem Wasser, beobachten die Richtung, aus der der Wind weht und den Sonnenstand, der sich nur langsam ändert. Uns beschäftigen die Kirchentürme oder Bäume weit im Hintergrund, die uns als Orientierungspunkte dienen. Unser Boot ist vor allem ein Ort guter Gespräche, wir philisohpieren, reden über den Alltag und bevorstehende Pläne, oder stellen einfach fest, dass wir zusammen weniger allein sind. Und im Winter bringen uns Fotos und Erinnerungen an die letzte Segelsaison Sonnenstrahlen und Wärme ins Haus, und wir freuen uns schon lange im Voraus auf den Moment, wo wir mit unserem Piraten die neue Segelsaison eröffnen.

Hannes Hoffert Hösl, Jg. 1974, ist selbstständiger Geograph (georaum GmbH) und seit 40 Jahren mit einem Holzpiraten (OE 371) am Neusiedler See unterwegs.

Hallo zusammen,
Hannes hat sich mit dieser schönen Geschichte zu seinem Familien Piraten bei mir gemeldet. Eine weitere Geschichte eines Piraten der lange in der Famile ist, kann man bei mir hier lesen: Holzpirat seit 1955 in einer Familie.
Ihr habt auch eine schöne Piraten Geschichte? Lasst es mich / uns wissen!
Vielen Dank Hannes! Euer Malte

Tolles Stützrad – mit Lastanzeige

Bei einem Hänger ist mir im Sommer ein schönes Detail aufgefallen, welches ich gerne auch hätte für meinen Bootstrailer: eine integrierte Stützlastanzeige. Das mechanische Prinzip erscheint denkbar einfach, leider ist es für höhere Lasten ausgelegt.

Ich hatte früher schon mal über mein Verfahren zur Messung berichtet, siehe Foto unten (und hier der Beitrag). Ich verwende hierzu eine alte Körperwaage mit einem Holzaufsatz. Das Stützrad oben finde ich klasse, müsste aber in der Gewichtsklasse von ca. 20 bis 100 kg sein. PKWs haben häufig 50 kg Stützlast, die kann man bei dem Beispiel oben nicht genau genug ablesen.

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Das war das Holzpiratenfestival 2019

Ein kleine Vorbemerkung an meiner regelmäßigen Besucher hier:
sorry das heute erst der Bericht zu dem diesjährigen Festival erscheint. Ich plane in Zukunft die Frequenz der Blogbeiträge wieder zu erhöhen. Die Pipeline ist ausreichend gefüllt 🙂

Kaiserwetter zum 15. Holzpiratenfestival in Mardorf am 21.bis 23.Juni 2019. Viel Sonnenschein und schöner Wind zwischen 3 bis 4 Windstärken bei 24 Grad verwöhnte alle Teilnehmer. Dieses Mal erfolgte keine Regatta mit 3 bis 4 Dreiecks-Wettfahrten sondern eine Regatta um gesegelte Meilen über das gesamte Steinhuder Meer. Die Routen konnte sich jedes Boot selber wählen und so verteilte sich das Feld schnell, um am Ende wieder zusammen zu kommen.

In 5h wurden zwischen 30 bis 50 km Strecke gesegelt. Jedes Boot machte ein Beweisfoto und sendete es per Email an eine Meldeadresse als Beweis. So ähnlich laufen auf der Ostsee auch die 24h Regatta ab, früher allerdings noch mit Postkarten. Auf diese Weise erlebten viele Teilnehmer den gesamten See in voller Ausdehnung zum ersten Mal (mich eingeschlossen).

Dieses Jahr gab es ein paar Wanderpreise. Den größten Preis hätte eigentlich jeder der langjährigen Teilnehmer verdient, daher wurde er ausgelost. Jürgen war der Glückliche mit seinem Vorschoter Lukas der dieses Jahr leider seinen Holzpiraten „Leila“ nicht mitbringen konnte.

Abends waren noch drei Vorträge vorgesehen, aber unsere Bootsbauerin Urte hatte reichhaltig Fotos und Anekdoten mitgebracht aus ihrer Bootswerft und lehrte uns z.B. die Kunst der richtigen Schäftens. Wir hingen alle gespannt an Ihren Lippen und Ihrer Expertise, so dass Guido und ich mit unseren Vorträgen dann eben nächstes Jahr dran sind 😉

Viele schöne Fotos könnt ihr im ausführlichen Bericht finden auf der Seite Fotos 2019