Sommer 2020 – COVID, Regen, Big Brother, Hitze

Seid gegrüßt liebe Holzpiraten!

Was für eine Segelsaison bis jetzt! Erst hielt uns Corona fest und ließ uns nicht in die Häfen und an die Boote, dann ging es nach Wochen endlich langsam los, ein Aufatmen. Das Wetter jedoch war lange Zeit unbeständig, viele Regenschauer gingen über das Land. Manchmal dachte ich es gibt keinen normalen Regen mehr, nur noch Sturzregenfälle – Dusche an/aus! Die letzten 2-3 Wochen nun das komplette Gegenteil – Hitze, 30er Temperaturzahlen die Regel, nicht die Ausnahme.

Rückblende Anfang Juli in die unbeständige Wetterlage.

Seit ein paar Jahren treffe ich mich regelmäßig mit Freunden an der Schlei zum Segeln am Campingplatz Wees in Missunde, da wo die Autofähre ist. Ich konnte erst am zweiten Wochenende kommen, beneidete also die Anderen. Durch einen Zufall stieß ich kurz voher auf die Webcam des Campingplatzes mit vertrautem Blick. Ja ich weiß, Webcams, Steinzeit Technik des Internets, manch einer kennt vielleicht noch die berühmte Kaffeekocher-Webcam von Cambridge? Langweilig aus heutiger Sicht, damals ein Hit.

Doch es sollte gar nicht langweilig werden für mich, mit dieser Webcam 🙂 Es stellte sich raus, dass der Blickwinkel mich meinen Freunden folgen ließ. Aus der Ferne konnte ich Ihnen zusehen, denn auf einmal waren Ihre Bootstrailer im Bild zu sehen. Sie waren angekommen!

Das war lustig, ich wusste sie fahren an jenem Tag hin, schaue nach und … schwups, sah ich sie! Aber nichts passierte, denn man erahnt es am Bild, es war die Woche mit viel Regen. Hier ein typisches Bild der Gegend im Regenradars.

Aus Spaß checkte ich regelmäßig die Webcam, wollte sehen ob sich was tut. Big Brother is watching you! Mal war kurz herrlicher Sonnenschein zu sehen, dann wieder viel Regen. Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, herrlich. Aber bei dem vielen Regen war ich irgendwie froh noch nicht da zu sein und hoffte auf besseres Wetter am Wochenende. Die Boote blieben unbeweglich an Land. Ich litt mit meinen Freunden. Zelten bei so viel Regen ist eine harte Prüfung und nicht der Urlaub den man sich vorstellt.

Dann, ich war zufällig online, sah ich sie an ihren Booten. Es war witzig, alle 2 Sekunden aktualisierte sich das Bild. Links Ulli und rechts Gunnar beim Aufriggen nach drei Tagen. Ich rief sofort Ulli an und es war lustig mit ihm zu sprechen. „Na Ulli, stehst du im Boot und baust endlich auf?“ 🙂 „Ja, kannst du das sehen?“.

Das war schon seltsam, ich sprach mit jemanden den man live sehen konnte auf einem Webcam Bild. Kaum erkennbar, aber Skype, Teams und Zoom sind nichts dagegen!

Die Ärmsten sind nur dieses einen Mal in der Woche gesegelt, so schlecht war das Wetter. Selbst als ich am Wochenende da war ging leider nichts. Sonnig war es, aber der Wind zuviel – irgendwas ist ja immer 🙁

Nun, ich habe meinen Spaß mit der Webcam fortgesetzt, mit mir selbst. Ich habe das Glück, dass meine 80 jährige Mutter ein Smartphone hat. Link zusendet, kontrastreich vor den Wohnwagen gestellt, angerufen und …wicke, wicke. So konnte sie mich aus über 600 km Entfernung live beim Telefonieren sehen. Ein sehr witziger Moment, trotz der vermeintlich alten Technik 🙂

Ich grüße Euch, bleibt alle gesund und tragt weiterhin schön eure Masken bitte.

Bis dann,
Euer Malte

PS: Screenshots machen mit einer Hand kann ich nun auch 😉

Best before …

Ich habe gerade kleine Ausbesserungsarbeiten am Boot. Schnell noch mal Sika kurz ansetzen … und fertig (so die Theorie). Also eine neue Kartusche geöffnet und in die Handpistole eingelegt. Los geht´s! Mit ruhiger Hand führe ich die Spritze am Holz entlang, aber schnell schmerzen mir die Finger so schwergängig ist es, verdammt! Man, man, man, heute geht es aber nicht leicht von der Hand. Egal, endlich habe ich es geschafft!

Als ich aufräume und einpacke, blitzt mir ein kurzer Gedanke durch den Kopf: war das neue Etiikett nicht heller neuerdings? Dann fällt mein Blick auf das Verfallsdatum: „Best before 03/2012“ – Arrrrgh! Das darf nicht wahr sein! Schön blöd von mir!

Was war passiert? Ich hatte noch zwei alte Kartuschen rumliegen, eine angebrochene, die andere ungeöffnet. Natürlich hatte ich mir wegen dem MHD eine neue Kartusche gekauft, aber woanders abgelegt. Kein Wunder, daß das Zeug so zähflüssig rauskam. Eigentlich ist es ein Wunder das man es nach so langer Zeit überhaupt noch verarbeiten kann.

Ich hatte mir in früheren Zeiten eine gute Handpistole gekauft, da die vorherige Billigversion einen hohen Eigenwiderstand hatte. Meine gute Pistole ist also sehr leichtgängig und langes Arbeiten kein Problem. Ich erinnerte mich daran, aber irgendwie dämmerte es mir heute nicht. 🙁

Zahlendreher 😉
Links neues Etikett, rechts altes Etikett

Auch die Jugendherbergen leiden unter Covid-19

Das Holzpiratenfestival ist regelmäßig Gast in der Jugendherberge Mardorf am Steinhuder Meer. Seit vielen Jahren ermöglicht es uns das tolle Bootshaus zu nutzen, die Unterkünfte, Küche, Slipanlage und (bis letztes Jahr) auch den Steg. Ohne die Jugendherberge wäre es nicht möglich gewesen diese schönen Segelwochenenden kostengünstig auf die Beine gestellt zu haben.

Bei den vielen Nachrichten vergisst man schnell, dass auch diese tollen Einrichtungen durch das Corona Virus akut gefährdet sind. Macht darauf aufmerksam und unterstützt bitte diese Petition, damit wir auch in Zukunft dort das Holzpiratenfestival gemeinsam feiern können.

Vielen Dank!
Malte & Mike

Holzpiraten Schreibtisch

Ja richtig gesehen! Dieses „JECKES TEIL“ kann man aktuell auf ebay-Kleinanzeigen kaufen !

Hallo Leute,
nach langer Zeit mal wieder ein ungewöhnliches Fundstück für meine „Galerie des Schreckens„. Als Holzbootliebhaber bin ich zwiegespalten. Schrecklich einerseits das es ein Boot für immer und ewig nicht mehr auf das Wasser schaffen wird, andererseits schön, dass hier ein Boot noch lange Freude spenden kann, an Land. Ich hoffe auf letzteres und vielleicht findet sich ja ein neuer Liebhaber für dieses Unikat, welches zum Verkauf steht.

Günther Kern aus Hürtenwald (zwischen Köln und Aachen, Tel. 02429-7785) würde sich freuen wenn er einen Käufer findet. Er hat mal auf einem Holzpirat gelernt gehabt, kam dann zum Dickschiffsegeln und legte sich später einen runtergekommenden Holzpiraten zu den er zu einem Schreibtisch umbauen ließ.

Die Maße des Schreibtisches sind:
Länge Rumpf: ca. 280 cm
Länge Rumpf mit Ruder: ca. 330 cm
Maximale Breite: ca. 130 cm
Gesamthöhe mit Piraten-Verklicker: ca. 240 cm
Maximale Rumpfhöhe ohne Mast: ca. 95 cm
Höhe der Schreibtischplatte: ca. 77,5 cm
Breite der asymmetrischen Schreibtischplatte vorne und hinten: ca. 97 cm
Tiefe der asymmetrischen Schreibtischplatte links: ca. 65,5 cm
Tiefe der asymmetrischen Schreibtischplatte rechts: ca. 57,5 cm
Baumlänge: ca. 108 cm

Die Beleuchtung besteht aus einem Toplicht und vier Baumscheinwerfern. Über die drei schwarzen Schalterknöpfe (neben dem Schubladenfach) lassen sich alle fünf oder nur das Toplicht oder nur die vier Baumscheinwerfer ein- und ausschalten. Die Schreibtischplatte ist vorne leicht gerundet; wegen der besseren Optik und auch wegen eines eventuellen Bauchs 😉  
Der weiße Holzblock am Bug (auf der Rückseite leicht defekt) ist von der GORCH FOCK !    

Weitere ungewöhnliche Schicksale von Holzpiraten findet ihr in meiner „Galerie des Schreckens„. Dort gibt es die Feuerbestattung, den Blumentopf, die Kellerbar, das Sofa, das Autodach, und und und … und nun auch den Schreibtisch 🙂