Kennt jemand so eine Göhl?

Moin,moin zusammen,
mich hat Björn angeschrieben. Er hat einen Holzpiraten und ist auf der Suche nach der Historie zu seinem Boot. Es hat eine Göhl und eine Baunummer 2026. Der Ausführung nach ist das keine A&R Jolle. Anbei ein paar Auszüge aus seinen Mails:

Göhl am Bug

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Göhl am Heck

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Hallo,
mir ist vor einem Jahr ein Holzpirat in die Hände gekommen. Die Substanz war nicht mehr so gut, aber besser als erwartet, sodaß ich mich dazu entschlossen habe das Boot wieder aufs Wasser zu bringen, aber vorerst keine Komplettrestauration vorzunehmen. Seitdem habe ich voller Begeisterung die Beiträge auf dieser Seite gelesen.

Leider gibt es zur Historie des Bootes, außer daß es auf der Elbe gesegelt wurde, keine Angaben. Eine Herstellerplakette existiert nicht, das Deck scheint schon einmal sehr unprofessionell mit Sperrholz erneuert worden zu sein und Schadstellen im Schergang wurden einfach unter einer breiten Scheuerleiste versteckt.

Bei den Reparaturarbeiten habe ich nun die Baunummer 2026 unter einer dicken Teerschicht entdeckt. Da das Boot zusätzlich eine ganz hübsche Ziergöhl besitzt habe ich mittlerweile die Hoffnung näheres zur Herkunft zu erfahren. Ich würde mich freuen wenn mir einer von Euch weiterhelfen könnte.
Beste Grüße,
Björn

Diese Baunummer war unter dickem Teer versteckt

BjörnS-Holzpirat-Baunummer

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Leider ist an dem Boot nur noch sehr wenig im Originalzustand und der ganze Innenraum ist mit Teer ausgepinselt. Ich würde denken es hat mal einer Segelschule oder einem Bootsverleih gehört, aber keinem Privateigner der sich liebevoll um sein Schiff kümmert. Vieles ist extrem kostengünstig repariert worden. (So sind z.B. Lochbänder aus dem Baumarkt als Befestigungsösen mit Spaxschrauben ans Heck geschraubt worden, morsches Holz der Schlingerleiste wurde durch das Aufschrauben eines Bleches ersetzt und an jeder Ecke finden sich Massen an Silikon.

Ich habe mitlerweile alle Decksaufbauten entfernt, das Deck abgeschliffen, festgestellt daß es sich um Sperrholz handelt welches ärgerlicherweise auch noch mit verzinkten Schrauben befestigt wurde. Jetzt versuche ich einen kompletten Neuaufbau durch das Aufbringen von 2 Glasfasermatten zu verzögern (kann man sich sicherlich darüber streiten, aber wenn erst das Deck ab ist, dann sind noch die Unterkonstruktion und beide Schergänge in Angriff zu nehmen,…. das wird mir für den Anfang zu viel und meine Kinder wollen diesen Sommer noch segeln).

Der Schwertkasten, Wellenbrecher und Süllbord sowie der Großbaum sehen aus als ob sie schon einmal ersetzt wurden, die originale Baumgabel ist aber erhalten. Fockschienen sind von H&S und sehen auch nicht original aus (es sind auch unterschiedliche Bohrungen im Deck vorhanden die daraufhindeuten daß da mal etwas anderes montiert war).

Die Bodenbretter sind halbherzig aus Sperrholz zugesägt. Der Ruderbeschlag ist schlicht gehalten, eine Führung für das Fall, wie bei den VEB Piraten, ist nicht vorhanden. Die Pinne ist für den Ruderkopf viel zu dünn (also auch nicht original), die Segel stammten von einer FAM und einer VB Jolle.

Interessant finde ich die beiden Lenzventile aus Messing, die ich in dieser Form noch nicht gesehen habe, die während der Fahrt aber eher Wasser ins Boot befördern, und den Bugbeschlag der wie ein Schutz den ganzen Bug bis unterhalb der Wasserlinie umfaßt.
Am Schwertkasten ist an der Vorderseite Steuerbord ein V eingeschnitzt (vermutlich weil es vorne ist). Die Planken und z.T. auch die Spanten sind, soweit erkennbar, genietet. Die Göhl am Bug geht nach den 3 Punkten in eine Nut über, die am Heck durch diese Raute beendet wird.

Mehr Details sind mir bisher nicht aufgefallen. Ich habe mal die im Forum beschriebene Variante ausprobiert den Schwertkasten mit Epoxidharz abzudichten. Ob das ganze erfolgreich war wird sich hoffentlich dieses Saison noch zeigen.

Nochmal herzlichen Dank für die Mühe,
besten Gruß, Björn

 

Teer soweit das Auge reicht innenbords.

BjörnS-Holzpirat-P1300174BjörnS-Holzpirat-P1300165

Hat jemand Tipps oder Hinweise für Björn? Bitte unten in den Kommentaren.

Anfrage Schwertkasten Reparatur

Hallo Leute,
mich erreichte eine Nachrichten von Giorgio aus Berlin. Er braucht dringend eine helfende Hand bei seinem Holzpiraten, doch lest und schaut selbst worum es geht.
VG Malte

Lieber Malte Storn!
Mit Begeisterung habe ich schon oft auf Ihrer Seite gelesen und einiges entdeckt. Ich habe selber einen Holpiraten vom VEB Jachtbau Köpenick von 1955 hier in Berlin. Er ist in recht gutem Zustand, ich habe ihn vor 10 Jahren so übernommen und bastele immer so dran rum.
Nun habe ich ein gravierenderes Problem, mit dem Schwertkasten.

Giorgio-Holzpirat-Schwertkasten-von-Steuerbord-rechts-Kielschwein

Giorgio-Holzpirat-Schwertschlitz-von-unten-Kiel

Ich muss da einiges neu machen, und das ist vielleicht gar kein so großes Problem, aber ich brauche nun einiges Know how.


Hallo Mallte,
Ich wäre Dir sehr sehr dankbar,wenn Du ein wenig Dich umhören würdest, wer mir vielleicht ein Angebot machen könnte. Oder es mit mir gemeinsam macht, der Werkzeuge hat und sowas kann. Denn ich fände gerne etwas dem historischen Boot angemesseneres. Ich habe Erfahrungen seit 20 Jahren mit dem Boot, aber hier merke ich, dass ich es nicht ganz alleine kann!

Hier alle Bilder:

Schadensgrund und Schaden: Der Schwertkasten wurde im Zuge der GFK-Beschichtung mit Zinkblech ausgeschlagen, das unten am Holz umgeschlagen und mit GFK abgedichtet wurde. Seit etwa drei Jahren gab es dort Wassereinbruch, 2015 schlimm. Nun sind einige horizontale Bretter des Schwertkastens anscheinend von Ihnen schadhaft (Teilverrottung). Da aber die meisten beim aggressiven Draufschlagen (mit Beitel) doch solide wirken, scheint mir ein Komplettaustausch des Kastens übertrieben.

Notwendige Arbeiten (aus meiner Sicht):

  1. Entfernen der Blechausschlagung (erweist sich als schwierig)
  2. Entfernen des Kielschweins (Teilweise schadhaft)
  3. Entfernen aller Schadhafter Holzteile des Holzschwertkastens, allerdings scheint mir, man kann sie vom Kielschwein aus herausziehen und auch wieder einsetzen. Da liegt vielleicht ein Knackpunkt: die schadhaften, horizontalen Bretter sind ja mit Kupfernieten mit den vertikalen Staken verbunden. Die müsste man lösen, und das ist nicht ganz unproblematisch von Außen her. Wer sagt mir, ob das geht?
  4. Ersatz der Holzeile, durch anzufertigende Mahagoniteile (da liegt mein Problem, sowas kann ich nicht).
  5. Neuauschlagen des Schwertkastens mit Metallblech (Anfertigung könnte ich nach genauen Maßen von der Firma eines Freundes machen lassen)
  6. sachgerechte Schraube anfertigen, in die später das Schwert eingehängt wird.
  7. Herstellen einer zuverlässigen Abdichtung der Schraube, in den das Schwert eingehängt wird
  8. Neues oder repariertes Kielschwein einsetzen (nach Backbord hin ist es leicht schadhaft)
  9. Abdichten des Schwertkastens von Unten durch GFK oder ähnliches Material in Anschluss an das GFK aus den 1970er Jahren

So würde ich mir das wünschen, falls es sich im Zuge der Maßnahmen zeigt, könnte es natürlich auch auf ein Ersatz des Schwertkastens hinauslaufen. Ausschließend kann ich das nicht, es scheint mir nach allen meinen Erfahrungen aber übertrieben.

Ich habe auch schon ein Angebot für 2000€ +MwSt. den Schwertkasten zu erneuern. Daran gefällt mir gar nicht, dass ich eigentlich der Meinung bin, man kann ihn reparieren. Ich finde allerdings keinen Handwerker, der das machen will. Alle weigern sich, das zu tun, weil sie sagen, dass der schrott sei und es sonst nicht halten würde. Dass ich es anders sehe und es echt doof finde, wenn dann hinterher alle Nieten neu sind und faktisch der ganze Kasten, nützt mir halt nichts, wenn ich niemanden finde, der es macht.

Herzlichen Dank und viele Grüße,
Giorgio

Wer Hinweise und/oder Hilfe geben kann, bitte unten in den Kommentaren oder an giorgio.stalker@web.de

 

Vom Holz-Katamaran zum Holzpiraten

Hallo zusammen,
heute möchte ich euch Mario vorstellen. Er hat sich 2014 diesen Katamaran gekauft und hergerichtet in 4 Monaten (hier mit dem Rigg vom Holzpiraten)

Mario002-nach-4-Monaten-Shearwater-fertig-mit-Piratenrigg

Auf der Suche nach Ersatzteilen stieß er auf einen Holzpiraten der als Organspender dienen sollte. Die Homepage holzpirat.org, die Rückreise und ein aufmerksamer Hafenmeister führten dann aber zu einer Besinnung bei ihm. Lest bitte seine Holzpiraten Geschichte die gerade erst angefangen hat und deren Ende noch offen ist. Ich bin gespannt, da er dem Piraten mit einem Gaffelrigg mehr Segelfläche verpassen möchte. Er hat einige Fragen und sucht Rat. Bitte lest weiter und hinterlasst gerne eure Kommentare auf dieser Seite.

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Mario022-eigenerPlan-Gaffelrigg-am-Holzpirat

Mehr Bilder findest du auf dieser Seite.

HPF002 – Franks Holzpirat auf der Boatfit2016

Ich war Ende Februar auf der Boatfit in Bremen. Hier ein paar Impressionen vom Messestand des Freundeskreises Klassische Yachten mit den drei Piraten und ein paar weiteren Bilder von der Messe.

[Update 22. Juni 2016: heute erfahre ich, dass mein erster Besuch auf der Boatfit zugleich auch der letzte Besuch war, da diese Messe nun in die hanseboot Messe integriert wird.]

Frank Zamostny und seinen Holzpiraten “Thetis” kenne ich seit 2009. Er ist meinem Aufruf gefolgt und hat seine Segeljolle auf dem Messestand des Freundeskreises Klassische Yachten ausgestellt. Ich habe ihn besucht und auch Mike Bartels getroffen. Zusammen kamen wir ins Plaudern über dies und das und es wurde recht heiter zwischendurch.

Boatfit2016-CIMG72453-Holzpirat

(von links: Frank, Malte, Mike)


Shownotes