Spanten lösen sich vom Kiel

#1
Hallo,

wie auf den Bilder (hoffentlich halbwegs) erkennbar lösen sich bei mir die Spanten vom Kiel und an einigen Stellen hat das zu kleinen raus gebrochenen Stellen im Kiel selbst geführt.

           

Das Problem tritt an mehr als 4 verschiedenen Spanten über das gesamte Boot verteilt auf.

Bisher hatte ich überlegt die raus gebrochenen Stellen etwas auszustemmen, Eiche einzukleben und dann zu versuchen die Spanten mit von unten durch den Kiel kommenden Schrauben wieder an den Kiel dranzuziehen, allerdings habe ich die Befürchtung, dass das auch sehr leicht nach hinten losgehen könnte (Schrauben reißen aus, irgendwo anders verschiebt sich was, etc.)

Daher wollte ich fragen, ob jemand einen Vorschlag hat, was man da am besten macht.
Vielen Dank im Voraus

Benjamin
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#1
Hallo,

wie auf den Bilder (hoffentlich halbwegs) erkennbar lösen sich bei mir die Spanten vom Kiel und an einigen Stellen hat das zu kleinen raus gebrochenen Stellen im Kiel selbst geführt.

           

Das Problem tritt an mehr als 4 verschiedenen Spanten über das gesamte Boot verteilt auf.

Bisher hatte ich überlegt die raus gebrochenen Stellen etwas auszustemmen, Eiche einzukleben und dann zu versuchen die Spanten mit von unten durch den Kiel kommenden Schrauben wieder an den Kiel dranzuziehen, allerdings habe ich die Befürchtung, dass das auch sehr leicht nach hinten losgehen könnte (Schrauben reißen aus, irgendwo anders verschiebt sich was, etc.)

Daher wollte ich fragen, ob jemand einen Vorschlag hat, was man da am besten macht.
Vielen Dank im Voraus

Benjamin
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#2
Hallo Benjamin,
bei meinem Pirat von A&R sind alle waagerechten Spanten mit dem Kiel verschraubt. Dazu geht in der Mitte vom Kiel eine große Holzschraube von unten durch den Kiel in den waagerechten Spant. Sind bei Dir diese Schrauben vorhanden? Schreibe mal noch von welcher Werft Dein Boot ist, so können Dir entsprechende Eigner von ihren Booten Fotos schicken.
Wenn diese Schrauben fehlen, würde die Spalten sauber machen, dann ein Kantholz auf das Deck legen und mit großen Gurtbändern um den Rumpf fixieren. Dann die Spanten mit einem Wagenheber gegen das Kantholz vorsichtig nach unten drücken. Dabei langsam arbeiten und alles beobachten. Wenn alles passt mit einer Schraube von unten durch den Kiel verschrauben.
VG Matthias
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#2
Hallo Benjamin,
bei meinem Pirat von A&R sind alle waagerechten Spanten mit dem Kiel verschraubt. Dazu geht in der Mitte vom Kiel eine große Holzschraube von unten durch den Kiel in den waagerechten Spant. Sind bei Dir diese Schrauben vorhanden? Schreibe mal noch von welcher Werft Dein Boot ist, so können Dir entsprechende Eigner von ihren Booten Fotos schicken.
Wenn diese Schrauben fehlen, würde die Spalten sauber machen, dann ein Kantholz auf das Deck legen und mit großen Gurtbändern um den Rumpf fixieren. Dann die Spanten mit einem Wagenheber gegen das Kantholz vorsichtig nach unten drücken. Dabei langsam arbeiten und alles beobachten. Wenn alles passt mit einer Schraube von unten durch den Kiel verschrauben.
VG Matthias
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#3
Moin Benjamin,

die Frage ist doch warum das passiert? Hast Du da schon eine Vermutung. Nur anhand der Bilder ist das schwierig.
Es schient so, als ob das Boot ganz aus der Form gegangen ist. Das so etwas allein durch Austrocknung passiert erschient mir als zu doll. Und dabei kann doch einiges passieren.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#3
Moin Benjamin,

die Frage ist doch warum das passiert? Hast Du da schon eine Vermutung. Nur anhand der Bilder ist das schwierig.
Es schient so, als ob das Boot ganz aus der Form gegangen ist. Das so etwas allein durch Austrocknung passiert erschient mir als zu doll. Und dabei kann doch einiges passieren.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#4
Hi Matthias, Hi Moritz,

danke für die schnellen Antworten,
meiner ist ein VEB Berlin Pirat von '57.
Der Kiel wird pro Spant von je zwei von unten kommenden Schrauben fixiert, eine am linken und eine am rechten Rand.
Ich glaube, dass zumindest in einigen Fällen diese Schrauben noch im Spant halten, der Kopf allerdings durch die Verformung nach oben gezogen wurde, dabei ein bisschen durch den Kiel gezogen wurde und daher diese gesplitterten / rausgebrochenen Stellen am Kiel entstanden sind.


@Moritz
Woher das kommt weiß ich leider auch nicht.
Bevor ich das Boot hatte hing es 8 Jahre durchgehend an Land in einer Garage, ich könnte mir vorstellen, dass es da irgendwie sich verzogen hat und / oder dass die Planken nach 8 Jahren Trockenheit dann beim Quellen den Kiel nach unten weggedrückt haben.

Viele Grüße
Benjamin
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#4
Hi Matthias, Hi Moritz,

danke für die schnellen Antworten,
meiner ist ein VEB Berlin Pirat von '57.
Der Kiel wird pro Spant von je zwei von unten kommenden Schrauben fixiert, eine am linken und eine am rechten Rand.
Ich glaube, dass zumindest in einigen Fällen diese Schrauben noch im Spant halten, der Kopf allerdings durch die Verformung nach oben gezogen wurde, dabei ein bisschen durch den Kiel gezogen wurde und daher diese gesplitterten / rausgebrochenen Stellen am Kiel entstanden sind.


@Moritz
Woher das kommt weiß ich leider auch nicht.
Bevor ich das Boot hatte hing es 8 Jahre durchgehend an Land in einer Garage, ich könnte mir vorstellen, dass es da irgendwie sich verzogen hat und / oder dass die Planken nach 8 Jahren Trockenheit dann beim Quellen den Kiel nach unten weggedrückt haben.

Viele Grüße
Benjamin
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#5
Moin Benjamin,

ich glaube nicht, dass die quellenden Planken dafür die Ursache sind. Die quellen ja nicht mehr als früher, sondern gehen maximal wieder soweit bis es dicht ist.
Wenn der Rumpf aufgehängt war, könnte das die Ursache sein.
Ich würde mal versuchen das Boot zu vermessen anhand der Maße, die die Pläne vorgeben, bzw. in den Klassenvorschriften angegeben sind.
Bevor ich an eine Reparatur gehen würde, würde ich hier Ursachenforschung betreiben um herauszufinden warum das so ist. Dann kann man auch die passende Methode finden um das wieder in Ordnung zu bringen.
Da mehrere Spanten betroffen sind, gehe ich von schlechter Einlagerung aus. Man weiß ja auch nicht wie der Rumpf aufgehängt wurde.
Aber das sind alles nur Vermutungen, da ich den Gesamtzustand ja nicht kenne und eine Ferndiagnose anhand von Bildern immer schwierig ist.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#5
Moin Benjamin,

ich glaube nicht, dass die quellenden Planken dafür die Ursache sind. Die quellen ja nicht mehr als früher, sondern gehen maximal wieder soweit bis es dicht ist.
Wenn der Rumpf aufgehängt war, könnte das die Ursache sein.
Ich würde mal versuchen das Boot zu vermessen anhand der Maße, die die Pläne vorgeben, bzw. in den Klassenvorschriften angegeben sind.
Bevor ich an eine Reparatur gehen würde, würde ich hier Ursachenforschung betreiben um herauszufinden warum das so ist. Dann kann man auch die passende Methode finden um das wieder in Ordnung zu bringen.
Da mehrere Spanten betroffen sind, gehe ich von schlechter Einlagerung aus. Man weiß ja auch nicht wie der Rumpf aufgehängt wurde.
Aber das sind alles nur Vermutungen, da ich den Gesamtzustand ja nicht kenne und eine Ferndiagnose anhand von Bildern immer schwierig ist.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#6
Hi Moritz,
hab gestern endlich Zeit gefunden das Maßband zu schwingen, aber habe leider nur feststellen können, dass das gesamte Boot überall so um bis zu 3cm von den Plänen abweicht. Eingrenzen, woher der Spalt zwischen Spant und Kiel kommt, konnte ich damit leider nicht.

Viele Grüße
Benjamin
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#6
Hi Moritz,
hab gestern endlich Zeit gefunden das Maßband zu schwingen, aber habe leider nur feststellen können, dass das gesamte Boot überall so um bis zu 3cm von den Plänen abweicht. Eingrenzen, woher der Spalt zwischen Spant und Kiel kommt, konnte ich damit leider nicht.

Viele Grüße
Benjamin
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#7
Moin Ben,

interessant wäre in diesem Zusammenhang wo Du welche Werte gemessen hast. Insbesondere wo die größten Abweichungen sind. Ich denke daraus könnte man ggf. schließen was zu machen ist. Wenn die Breite deutlich über die Toleranz gegangen ist könnte man ggf. das wieder zurück drücken und neu fixieren, ähnlich wie Matthias es beschrieben hat. Auf jeden Fall wird es eine größere Aktion fürchte ich und es sollte vielleicht dann ein Bootsbauer hinzu gezogen werden.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#7
Moin Ben,

interessant wäre in diesem Zusammenhang wo Du welche Werte gemessen hast. Insbesondere wo die größten Abweichungen sind. Ich denke daraus könnte man ggf. schließen was zu machen ist. Wenn die Breite deutlich über die Toleranz gegangen ist könnte man ggf. das wieder zurück drücken und neu fixieren, ähnlich wie Matthias es beschrieben hat. Auf jeden Fall wird es eine größere Aktion fürchte ich und es sollte vielleicht dann ein Bootsbauer hinzu gezogen werden.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#8
Hi Moritz,
Breite (Bmax = 1630), Länge (LA = 5010), Ausmaße des Cockpits (LDA = 855, LF = 2495), Schwertkasten (HSK = 495) sind alle im Rahmen der Toleranz laut Vermessungsplänen.
Von den Spanten selber hatte ich zwei stichprobenartig vermessen, es hat sich da ein ähnliches Bild ergeben (alle Werte innerhalb des Toleranzbereichs), leider hab ich die Werte dann beim im Boot rumkriechen nicht mehr aufgeschrieben.
Ich denke ich werde demnächst einfach versuchen, wie von Matthias vorgeschlagen, die Spanten wieder vorsichtig ranzuziehen und dann festzuschrauben. Wenn das nicht klappt hatte ich überlegt einfach kleine Abstandhalter in den Spalt schieben und von unten dann Schrauben zur Fixierung durch.

Viele Grüße
Benjamin
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#8
Hi Moritz,
Breite (Bmax = 1630), Länge (LA = 5010), Ausmaße des Cockpits (LDA = 855, LF = 2495), Schwertkasten (HSK = 495) sind alle im Rahmen der Toleranz laut Vermessungsplänen.
Von den Spanten selber hatte ich zwei stichprobenartig vermessen, es hat sich da ein ähnliches Bild ergeben (alle Werte innerhalb des Toleranzbereichs), leider hab ich die Werte dann beim im Boot rumkriechen nicht mehr aufgeschrieben.
Ich denke ich werde demnächst einfach versuchen, wie von Matthias vorgeschlagen, die Spanten wieder vorsichtig ranzuziehen und dann festzuschrauben. Wenn das nicht klappt hatte ich überlegt einfach kleine Abstandhalter in den Spalt schieben und von unten dann Schrauben zur Fixierung durch.

Viele Grüße
Benjamin
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#9
Moin Ben,
ja es bleibt schwierig.
Ich würde da sehr vorsichtig vorgehen. Ich hatte den Gedanken es mit einem Spanngurt zu versuchen und bevor man durch zurück drücken noch mehr Schaden anrichtet würde ich die Lücken ausfüllen wie Du schon vorgeschlagen hast.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#9
Moin Ben,
ja es bleibt schwierig.
Ich würde da sehr vorsichtig vorgehen. Ich hatte den Gedanken es mit einem Spanngurt zu versuchen und bevor man durch zurück drücken noch mehr Schaden anrichtet würde ich die Lücken ausfüllen wie Du schon vorgeschlagen hast.
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#10
Hallo Benjamin,
wenn ich mir dein erstes Foto betrachte, liegt für mich die Vermutung nahe, dass die Planken auf die Spanten genagelt sein könnten, die Nägel durchgerostet sind und sich deshalb alles auseinander bewegt hat.

Oder eben keine Messingschrauben verwendet wurden, sondern bestenfalls verzinkte Eisenschrauben, mit eben diesem Ergebnis.
Ich denke, 1957 herrschte an vielem Mangel.
Das Deck meines Piraten zum Beispiel ist 1955 mit Eisenschrauben geschraubt und auch die rosten, deshalb komme ich darauf.

Vielleicht gehst du mal mit ´nem Eisensägeblatt zwischen die Fuge und testest, wo noch Verbindungen da sind.
Könntest auch mit `nem kleinen Magneten auf Eisen prüfen.
Vielleicht liege ich auch total falsch...

Ansonsten vor dem wieder Randrücken der Spanten die Schrauben/Nägel vielleicht tatsächlich richtig durchsägen, denn wenn es rostige Schrauben oder Nägel sind, machen die eventuell Probleme beim zusammendrücken.
Grüße, Steffen.
~~~wasseruntermKiel~~~
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#10
Hallo Benjamin,
wenn ich mir dein erstes Foto betrachte, liegt für mich die Vermutung nahe, dass die Planken auf die Spanten genagelt sein könnten, die Nägel durchgerostet sind und sich deshalb alles auseinander bewegt hat.

Oder eben keine Messingschrauben verwendet wurden, sondern bestenfalls verzinkte Eisenschrauben, mit eben diesem Ergebnis.
Ich denke, 1957 herrschte an vielem Mangel.
Das Deck meines Piraten zum Beispiel ist 1955 mit Eisenschrauben geschraubt und auch die rosten, deshalb komme ich darauf.

Vielleicht gehst du mal mit ´nem Eisensägeblatt zwischen die Fuge und testest, wo noch Verbindungen da sind.
Könntest auch mit `nem kleinen Magneten auf Eisen prüfen.
Vielleicht liege ich auch total falsch...

Ansonsten vor dem wieder Randrücken der Spanten die Schrauben/Nägel vielleicht tatsächlich richtig durchsägen, denn wenn es rostige Schrauben oder Nägel sind, machen die eventuell Probleme beim zusammendrücken.
Grüße, Steffen.
~~~wasseruntermKiel~~~
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