Kenterübung, wie sind eure Erfahrungen mit Kenterungen?

#1
Moin,
Vor einiger Zeit gab es mal eine Umfrage auf Holzpirat.org wie viel Auftriebsvolumen ihr in euren Piraten habt und wie eure Erfahrungen mit Kenterungen sind. Da es niemanden gab, der beschrieben hat, dass er genug Auftrieb hatte und eine Kenterung von alleine wieder lenzen konnte, habe ich den Selbsttest gemacht Smile   

Ich habe Gestern mit einem Bekannten zusammen auf der Kieler Förde den selbst Test gemacht und habe meinen Piraten ganz bewusste im Steh tiefen Wasser umgeworfen. Als Auftrieb habe ich 100 Liter Auftrieb Steuerbord im Cockpit, 100L Backbord im Cockpit und jeweils 50L im Bug und Heck des Piraten verstaut. Also insgesamt 300L Auftrieb an Bord.
Beim Kentern musste ich mich ernsthaft anstrengen den Piraten auf die Seite zu legen! Ich habe mich auf die Kante des Piraten gestellt, mich an der Want festgehalten und nach außen gelehnt um den Piraten um zu kippen. Nachdem die ersten ca. 40 Liter Wasser  ins Cockpit gelaufen sind, habe ich die Want los gelassen und siehe da, der Pirat hat sich von alleine wieder aufgerichtet. Also habe ich einen zweiten versuch gestartet um den Piraten zu Kentern und habe ihn beim zweiten Anlauf richtig umgeworfen.
Als ich den Piraten wieder aufrichten wollte, habe ich mich aufs Schwert gestützt und war sehr überrascht, dass sich der Pirat sofort wieder aufgerichtet hat! Ich war extra zu zweit unterwegs, um gegebenenfalls mehr Gewicht zum aufrichten zu haben. Aber meine 83Kg haben ganz entspannt gereicht. Auch mein Vorschoter (der mindestens 10Kg weniger wiegt als ich) konnte den Piraten ohne Probleme alleine wieder aufrichten.
Nach dem aufrichten lag der Pirat, dank der seitlich angebrachten Auftriebskörper, trotz ordentlich Wind und ein wenig Welle erstaunlich ruhig im Wasser und wir konnten ihn relativ entspannt mit einem 10L Eimer leer schöpfen, was ca.25Minuten gedauert hat.  Entgegen aller gelesenen Berichte und Erwartungen, lag die Oberkante vom Schwertkasten auch im vollgeschlagenen Piraten (mit einer Person an Bord) immer noch ca. 8cm oberhalb der Wasserkannte. Da wir auflandigen Wind hatten, musste ich im Wasser stehen und verhindern, dass der Pirat auf den Strand treibt, während mein Vorschoter den Piraten gelenzt hat. (ab sofort werde ich für diesen Fall IMMER meinen Anker mit an Bord haben  Tongue )

Da ich meinen Piraten erst seit dieser Saison Segel, wollte ich diesen Kentertest machen, bevor ich mich Einhand auf Wanderfahrt die Ostseeküste entlang machen werde. Mein Fazit ist, dass ich den Piraten im Notfall wieder aufrichten kann und Ihn auch Lenzen kann, so lange die Wellen nicht all zu hoch sind. Temperaturtechnisch ist es auch bei kaltem Wetter und kalten Wassertemperaturen (momentan ca. 8°C) kein Problem 30-40 Minuten im Wasser zu sein, wenn man einen entsprechenden Neoprenanzug trägt (ich hatte einen 5mm Anzug an).


Nun möchte ich an dieser Stelle euch mal fragen, was eure Erfahrungen mit dem Kentern sind? Hat einer (oder mehrere) von euch mal einen Kentertest gemacht? und wie lief eurer Kentertest ab? Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte Cool



PS: an dieser Stelle möchte ich einmal einen riesen großen Dank an die Arbeit der Seenotrettung aussprechen! Wir waren zu keinem Zeitpunkt in Seenot, aber die Jungs und Mädels von der Seenotrettung haben und uns bei unserer Kenterübung gesehen und sind sofort vorbei gekommen um zu fragen, ob sie Helfen können, oder ob alles gut ist. Das gab mir ein sehr gutes Gefühl, das die Seenotrettung auch ein Auge auf Jollensegler hat Smile
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#1
Moin,
Vor einiger Zeit gab es mal eine Umfrage auf Holzpirat.org wie viel Auftriebsvolumen ihr in euren Piraten habt und wie eure Erfahrungen mit Kenterungen sind. Da es niemanden gab, der beschrieben hat, dass er genug Auftrieb hatte und eine Kenterung von alleine wieder lenzen konnte, habe ich den Selbsttest gemacht Smile   

Ich habe Gestern mit einem Bekannten zusammen auf der Kieler Förde den selbst Test gemacht und habe meinen Piraten ganz bewusste im Steh tiefen Wasser umgeworfen. Als Auftrieb habe ich 100 Liter Auftrieb Steuerbord im Cockpit, 100L Backbord im Cockpit und jeweils 50L im Bug und Heck des Piraten verstaut. Also insgesamt 300L Auftrieb an Bord.
Beim Kentern musste ich mich ernsthaft anstrengen den Piraten auf die Seite zu legen! Ich habe mich auf die Kante des Piraten gestellt, mich an der Want festgehalten und nach außen gelehnt um den Piraten um zu kippen. Nachdem die ersten ca. 40 Liter Wasser  ins Cockpit gelaufen sind, habe ich die Want los gelassen und siehe da, der Pirat hat sich von alleine wieder aufgerichtet. Also habe ich einen zweiten versuch gestartet um den Piraten zu Kentern und habe ihn beim zweiten Anlauf richtig umgeworfen.
Als ich den Piraten wieder aufrichten wollte, habe ich mich aufs Schwert gestützt und war sehr überrascht, dass sich der Pirat sofort wieder aufgerichtet hat! Ich war extra zu zweit unterwegs, um gegebenenfalls mehr Gewicht zum aufrichten zu haben. Aber meine 83Kg haben ganz entspannt gereicht. Auch mein Vorschoter (der mindestens 10Kg weniger wiegt als ich) konnte den Piraten ohne Probleme alleine wieder aufrichten.
Nach dem aufrichten lag der Pirat, dank der seitlich angebrachten Auftriebskörper, trotz ordentlich Wind und ein wenig Welle erstaunlich ruhig im Wasser und wir konnten ihn relativ entspannt mit einem 10L Eimer leer schöpfen, was ca.25Minuten gedauert hat.  Entgegen aller gelesenen Berichte und Erwartungen, lag die Oberkante vom Schwertkasten auch im vollgeschlagenen Piraten (mit einer Person an Bord) immer noch ca. 8cm oberhalb der Wasserkannte. Da wir auflandigen Wind hatten, musste ich im Wasser stehen und verhindern, dass der Pirat auf den Strand treibt, während mein Vorschoter den Piraten gelenzt hat. (ab sofort werde ich für diesen Fall IMMER meinen Anker mit an Bord haben  Tongue )

Da ich meinen Piraten erst seit dieser Saison Segel, wollte ich diesen Kentertest machen, bevor ich mich Einhand auf Wanderfahrt die Ostseeküste entlang machen werde. Mein Fazit ist, dass ich den Piraten im Notfall wieder aufrichten kann und Ihn auch Lenzen kann, so lange die Wellen nicht all zu hoch sind. Temperaturtechnisch ist es auch bei kaltem Wetter und kalten Wassertemperaturen (momentan ca. 8°C) kein Problem 30-40 Minuten im Wasser zu sein, wenn man einen entsprechenden Neoprenanzug trägt (ich hatte einen 5mm Anzug an).


Nun möchte ich an dieser Stelle euch mal fragen, was eure Erfahrungen mit dem Kentern sind? Hat einer (oder mehrere) von euch mal einen Kentertest gemacht? und wie lief eurer Kentertest ab? Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte Cool



PS: an dieser Stelle möchte ich einmal einen riesen großen Dank an die Arbeit der Seenotrettung aussprechen! Wir waren zu keinem Zeitpunkt in Seenot, aber die Jungs und Mädels von der Seenotrettung haben und uns bei unserer Kenterübung gesehen und sind sofort vorbei gekommen um zu fragen, ob sie Helfen können, oder ob alles gut ist. Das gab mir ein sehr gutes Gefühl, das die Seenotrettung auch ein Auge auf Jollensegler hat Smile
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#2
Hi Rouven,

ich weiß Du hast Dir das anders ausgedacht ... aber vielen Dank für _Dein_ Posting und die Weitergabe _Deiner_ Erfahrung ... tolle Arbeit! Da ist viel zum daraufaufbauen drin!

Ich hoffe Du hattest alles "leinendicht" gemacht vor dem Umlegen und musstest keine Verluste von Hardware beklagen (Doppelboden, Lunchbox, Werkzeug oder was sonst so alles im Boot herumkugelt).

Fragen:
  • hattest Du während Deines Tests die Segel angeschlagen und/oder hast Du sie geborgen, nachdem der Pirat gekentert war?
  • hatte der Pirat jemals Tendenz zum Durchkentern?
  • welche Schlüsse ziehst Du für das Verstauen ... wirst Du eventuell Netze anbringen, um das Abhauen von Material aus Vor- und Achterschiff zu verhindern?

Handbreit
Mike
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#2
Hi Rouven,

ich weiß Du hast Dir das anders ausgedacht ... aber vielen Dank für _Dein_ Posting und die Weitergabe _Deiner_ Erfahrung ... tolle Arbeit! Da ist viel zum daraufaufbauen drin!

Ich hoffe Du hattest alles "leinendicht" gemacht vor dem Umlegen und musstest keine Verluste von Hardware beklagen (Doppelboden, Lunchbox, Werkzeug oder was sonst so alles im Boot herumkugelt).

Fragen:
  • hattest Du während Deines Tests die Segel angeschlagen und/oder hast Du sie geborgen, nachdem der Pirat gekentert war?
  • hatte der Pirat jemals Tendenz zum Durchkentern?
  • welche Schlüsse ziehst Du für das Verstauen ... wirst Du eventuell Netze anbringen, um das Abhauen von Material aus Vor- und Achterschiff zu verhindern?

Handbreit
Mike
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#3
Ich habe keine Kenterübung gemacht. Sondern habe das Ding zweimal unter Spi bei Halsen bei Mittelwind umgedreht. (Einmal war ich damit sogar in der Zeitung...) Beide Male mit Alu-Mast. Einmal ist der durchgekentert, konnte recht problemlos wieder umgedreht werden (zu der Zeit wog ich ca. 70 kg, lange her...), leerschöpfen ging auch irgendwie, aber schlecht. Wir haben das Boot dann an den Strand geschubst (20m weg), dort ausgeöst, und haben den Rest der Regatta hinter'm Begleitboot verbracht. Beim andern Mal, das war in der Hafeneinfahrt, haben wir das Boot an den nächsten Steg gezogen, und da ausgeöst. Wir hatten damals wohl so 240l Auftrieb drin. "Leersegeln" wäre wohl nicht vernünftig gegangen, aber es gab auch keine Panik.

Segel konnten wir zum Aufrichten stehen lassen, haben wir aber dann natürlich geborgen, damit der Wind nicht hineinfasst.

Und warum ich den umgedreht hatte: Einmal, nach einer Regatta, waren wir in der Hafeneinfahrt schon im Chill-Modus, saßen bequem drinnen. Leider hatte ich vergessen, dass der Baumniederholer hinter dem Schwertkasten hängen blieb... Groß stand in Luv, kam nicht rechtzeitig los, gleichzeitig haben wir das Boot um ca. 60 oder 90 Grad im Kurs gedreht... - Das andere Mal, auf der Regatta, hatte ich einen Schotten, der noch nie Spi gefahren hatte. Also bin ich dann bei der Halse (zu weit) nach vorne gegangen, um den Baum zu schiften. Pech gehabt.
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#3
Ich habe keine Kenterübung gemacht. Sondern habe das Ding zweimal unter Spi bei Halsen bei Mittelwind umgedreht. (Einmal war ich damit sogar in der Zeitung...) Beide Male mit Alu-Mast. Einmal ist der durchgekentert, konnte recht problemlos wieder umgedreht werden (zu der Zeit wog ich ca. 70 kg, lange her...), leerschöpfen ging auch irgendwie, aber schlecht. Wir haben das Boot dann an den Strand geschubst (20m weg), dort ausgeöst, und haben den Rest der Regatta hinter'm Begleitboot verbracht. Beim andern Mal, das war in der Hafeneinfahrt, haben wir das Boot an den nächsten Steg gezogen, und da ausgeöst. Wir hatten damals wohl so 240l Auftrieb drin. "Leersegeln" wäre wohl nicht vernünftig gegangen, aber es gab auch keine Panik.

Segel konnten wir zum Aufrichten stehen lassen, haben wir aber dann natürlich geborgen, damit der Wind nicht hineinfasst.

Und warum ich den umgedreht hatte: Einmal, nach einer Regatta, waren wir in der Hafeneinfahrt schon im Chill-Modus, saßen bequem drinnen. Leider hatte ich vergessen, dass der Baumniederholer hinter dem Schwertkasten hängen blieb... Groß stand in Luv, kam nicht rechtzeitig los, gleichzeitig haben wir das Boot um ca. 60 oder 90 Grad im Kurs gedreht... - Das andere Mal, auf der Regatta, hatte ich einen Schotten, der noch nie Spi gefahren hatte. Also bin ich dann bei der Halse (zu weit) nach vorne gegangen, um den Baum zu schiften. Pech gehabt.
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#4
Hallo Mike,

Beim Kentern waren die Segel gesetzt. zum Aufrichten habe ich die Schoten gelöst und den Piraten mit gesetzten segeln wieder aufgerichtet. Anschließend habe ich die Segel geborgen, damit sie nicht die ganze Zeit im Wind Killen.

Der Pirat hat keinerlei Anstalten zum durchkentern gemacht. Er lag recht stabil auf der Seite.

Zur Ladungssicherung habe ich mir bereits vor der Kenterübung im Winter Gedanken gemacht. Alle Bodenbretter sind an den Spanten angebunden, damit ich sie nicht verlieren kann (hab aber so viel Band dran gemacht, dass ich sie zum Lenzen, etc. gut zur Seite stellen kann). Meine Paddel und Baumstütze habe ich seitlich an die Auftriebskörper angebunden (Siehe Bild). Im Vor- bzw. Achterschiff habe ich alte Ladungssicherungsnetze verbaut (siehe Bild, Bild ist währen des Vorwässerns entstanden, daher die Handtücher im Boot). Außerdem haben die Ladungssicherungsnetze den Vorteil, das man eine kleine Tasche mit Schlüssel etc. gut an ihr befestigen kann.
Und als Rudersicherung habe ich eine Leine befestigt, die ich mithilfe eines Karabiners an der Öse im Spiegel sichern kann (siehe Bild, auf dem Bild habe ich die Sicherungsleine noch nicht gekürzt und noch keinen Karabiner angebaut). Dadurch kann das Ruder zwar heraus fallen, es bleibt aber immer mit dem Boot verbunden. Obwohl wir den Piraten mehrmals umgeworfen haben, ist das Ruder an Ort und stelle geblieben und ist nicht abgefallen.


Ich hoffe, dass ich deine Fragen beantworten konnte :-) Wenn noch jemand Fragen hat, immer her damit :-)


                  
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#4
Hallo Mike,

Beim Kentern waren die Segel gesetzt. zum Aufrichten habe ich die Schoten gelöst und den Piraten mit gesetzten segeln wieder aufgerichtet. Anschließend habe ich die Segel geborgen, damit sie nicht die ganze Zeit im Wind Killen.

Der Pirat hat keinerlei Anstalten zum durchkentern gemacht. Er lag recht stabil auf der Seite.

Zur Ladungssicherung habe ich mir bereits vor der Kenterübung im Winter Gedanken gemacht. Alle Bodenbretter sind an den Spanten angebunden, damit ich sie nicht verlieren kann (hab aber so viel Band dran gemacht, dass ich sie zum Lenzen, etc. gut zur Seite stellen kann). Meine Paddel und Baumstütze habe ich seitlich an die Auftriebskörper angebunden (Siehe Bild). Im Vor- bzw. Achterschiff habe ich alte Ladungssicherungsnetze verbaut (siehe Bild, Bild ist währen des Vorwässerns entstanden, daher die Handtücher im Boot). Außerdem haben die Ladungssicherungsnetze den Vorteil, das man eine kleine Tasche mit Schlüssel etc. gut an ihr befestigen kann.
Und als Rudersicherung habe ich eine Leine befestigt, die ich mithilfe eines Karabiners an der Öse im Spiegel sichern kann (siehe Bild, auf dem Bild habe ich die Sicherungsleine noch nicht gekürzt und noch keinen Karabiner angebaut). Dadurch kann das Ruder zwar heraus fallen, es bleibt aber immer mit dem Boot verbunden. Obwohl wir den Piraten mehrmals umgeworfen haben, ist das Ruder an Ort und stelle geblieben und ist nicht abgefallen.


Ich hoffe, dass ich deine Fragen beantworten konnte :-) Wenn noch jemand Fragen hat, immer her damit :-)


                  
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#5
Moin Rouven,
also ich finde deinen Kenter-Beitrag echt prima! Ja, einen Piraten umzuwerfen ist nicht leicht, dass habe ich auch mal erlebt, als ich den Verklicker vergessen hatte oben am Mast und ihn nachträglich montiert habe. Ganz schön anstrengend :-) und ohne(!) Crewgewicht läuft dann gerade so eben kein Wasser rein wie man sieht.


[Bild: dscf1076.jpg]

Mit 300 Liter Auftriebskörper bist du für deinen Test ja komfortabel angetreten (250 Liter sind laut KV vorgeschrieben), aber dennoch wenn es passiert braucht man einen langen Atem, um das mit der Pütz raus zu schaufeln. Nicht jeder hat dann die Hilfsbereitschaft zahlreicher Helfer parat, so wie es auf dem Holzpiratenfestival 2011 der Fall war als Schauerböen mit 9-10 Bft über uns hinweg gingen. Hier schleppe ich gerade den einzigen gekenterten Holzpiraten ein:

[Bild: holzpirat_110709_1528_dsc_0030.jpg]

[Bild: holzpirat_110709_1531__dsc5355.jpg]

[Bild: holzpirat_110709_1536_p7090094.jpg]

Leider war das Erlebnis für Jochen und seine Tochter wohl sehr prägend. Er ist nie mehr zum Festival gekommen leider :-(
Schönen Halbwind!___________/)___/)____/)__

Malte

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#5
Moin Rouven,
also ich finde deinen Kenter-Beitrag echt prima! Ja, einen Piraten umzuwerfen ist nicht leicht, dass habe ich auch mal erlebt, als ich den Verklicker vergessen hatte oben am Mast und ihn nachträglich montiert habe. Ganz schön anstrengend :-) und ohne(!) Crewgewicht läuft dann gerade so eben kein Wasser rein wie man sieht.


[Bild: dscf1076.jpg]

Mit 300 Liter Auftriebskörper bist du für deinen Test ja komfortabel angetreten (250 Liter sind laut KV vorgeschrieben), aber dennoch wenn es passiert braucht man einen langen Atem, um das mit der Pütz raus zu schaufeln. Nicht jeder hat dann die Hilfsbereitschaft zahlreicher Helfer parat, so wie es auf dem Holzpiratenfestival 2011 der Fall war als Schauerböen mit 9-10 Bft über uns hinweg gingen. Hier schleppe ich gerade den einzigen gekenterten Holzpiraten ein:

[Bild: holzpirat_110709_1528_dsc_0030.jpg]

[Bild: holzpirat_110709_1531__dsc5355.jpg]

[Bild: holzpirat_110709_1536_p7090094.jpg]

Leider war das Erlebnis für Jochen und seine Tochter wohl sehr prägend. Er ist nie mehr zum Festival gekommen leider :-(
Schönen Halbwind!___________/)___/)____/)__

Malte

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#6
Hallo zusammen!

Rouven ein schöner Bericht und allen Respekt, daß Du Dir das so genau "angeschaut" hast.
Meinen Pirat habe ich bisher nur ein einziges mal auf die Seite gelegt. Das war bei einer Starkwindregatta im September auf dem Schweriner See.
Damals hatte ich keine Auftriebskörper und das Boot lag deckseben im Wasser. Unter dem Vor- und Achterdeck hatten sich Luftblasen gesammelt. Glücklicherweise waren genug Sicherungsboote dabei, die haben uns in seichtes Wasser geschleppt, da konnten wir dann lenzen. Einziger Verlust war das lange Tau.
Seither segel ich nie mehr ohne Auftriebskörper und empfehle jedem, sofern er keine hat welche nachzurüsten.
Jedenfalls weißt Du nun wie schwer es tatsächlich ist einen Pirat zum Kentern zu bringen. Und auch beim Segeln verzeiht er viele Fehler, selbst bei mehr Wind.

Also schonmal viel Spaß bei Deiner Ostseetour (hast du schon ein Ziel?)

Grüße Moritz
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#6
Hallo zusammen!

Rouven ein schöner Bericht und allen Respekt, daß Du Dir das so genau "angeschaut" hast.
Meinen Pirat habe ich bisher nur ein einziges mal auf die Seite gelegt. Das war bei einer Starkwindregatta im September auf dem Schweriner See.
Damals hatte ich keine Auftriebskörper und das Boot lag deckseben im Wasser. Unter dem Vor- und Achterdeck hatten sich Luftblasen gesammelt. Glücklicherweise waren genug Sicherungsboote dabei, die haben uns in seichtes Wasser geschleppt, da konnten wir dann lenzen. Einziger Verlust war das lange Tau.
Seither segel ich nie mehr ohne Auftriebskörper und empfehle jedem, sofern er keine hat welche nachzurüsten.
Jedenfalls weißt Du nun wie schwer es tatsächlich ist einen Pirat zum Kentern zu bringen. Und auch beim Segeln verzeiht er viele Fehler, selbst bei mehr Wind.

Also schonmal viel Spaß bei Deiner Ostseetour (hast du schon ein Ziel?)

Grüße Moritz
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#7
Hallo Moritz,

Ich habe für die Saison schon mehrere Ziele :-)
Pfingsten werde ich wahrscheinlich mit ein par anderen Holzbooten  (30er Schärenkreuzer, Folkeboot, Zugvogel) von Kiel aus Schleimünde anlaufen. Außerdem will ich im Sommer irgendwann eine Woche die Schlei erkunden, was aber noch nicht ganz sicher ist. Eventuell werde ich diese Tour auf später verschieben und als erste große Tour von Kiel nach Wismar segeln und meine Freundin dort besuchen.

Außerdem habe ich vor mehrere Touren in der Kieler Förde zu unternehmen. Die bietet sich idealer weise an, um erste Übernachtungen mit Anker zu testen. Ebenso habe ich einige Nachttouren auf der Kieler Förde geplant, da es in der Förde so viel Beleuchtung gibt, das man das Navigieren im dunkeln hier gut üben kann :-)

Wie du siehst gibt es ein par Ziele. Ich habe allerdings außer Pfingsten noch keine Termine und konkreten Planungen angestellt.
Da ich gerade dabei bin meine Abschlussarbeit im Studium zu schreiben, werde ich wahrscheinlich irgendwann recht spontan los segeln, wenn ich genug Zeit habe und das wetter stimmt :-)
Wenn ich eine große Tour unternehmen werde, wird hier sicherlich ein Beitrag unter der Rubrik "Wandersegeln" auftauchen.

Grüße Rouven
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#7
Hallo Moritz,

Ich habe für die Saison schon mehrere Ziele :-)
Pfingsten werde ich wahrscheinlich mit ein par anderen Holzbooten  (30er Schärenkreuzer, Folkeboot, Zugvogel) von Kiel aus Schleimünde anlaufen. Außerdem will ich im Sommer irgendwann eine Woche die Schlei erkunden, was aber noch nicht ganz sicher ist. Eventuell werde ich diese Tour auf später verschieben und als erste große Tour von Kiel nach Wismar segeln und meine Freundin dort besuchen.

Außerdem habe ich vor mehrere Touren in der Kieler Förde zu unternehmen. Die bietet sich idealer weise an, um erste Übernachtungen mit Anker zu testen. Ebenso habe ich einige Nachttouren auf der Kieler Förde geplant, da es in der Förde so viel Beleuchtung gibt, das man das Navigieren im dunkeln hier gut üben kann :-)

Wie du siehst gibt es ein par Ziele. Ich habe allerdings außer Pfingsten noch keine Termine und konkreten Planungen angestellt.
Da ich gerade dabei bin meine Abschlussarbeit im Studium zu schreiben, werde ich wahrscheinlich irgendwann recht spontan los segeln, wenn ich genug Zeit habe und das wetter stimmt :-)
Wenn ich eine große Tour unternehmen werde, wird hier sicherlich ein Beitrag unter der Rubrik "Wandersegeln" auftauchen.

Grüße Rouven
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#8
Moin Rouven,

da hast Du Dir ja einiges vorgenommen!
Ich weiß nicht wie es um Deine Erfahrungen mit dem Segeln auf der Ostsee steht, aber ich würde erstmal die Touren in der Förde machen.
Die Pfingsttour mit Begleitung ist schon eine ordentliche Strecke. Je nach dem von wo Du startest, liegt die Distanz zwischen 20 und 25 Seemeilen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sagen wir mal 3 Knoten brauchst Du dafür ca. 7,5 Stunden, einfacher Weg.
Bei einer Tour von Kiel nach Wismar kannst Du schon fast eine gute Woche einplanen.
Immer passendes Wetter vorausgesetzt.

Gruß Moritz
Grüße von der Ostsee

Moritz
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#8
Moin Rouven,

da hast Du Dir ja einiges vorgenommen!
Ich weiß nicht wie es um Deine Erfahrungen mit dem Segeln auf der Ostsee steht, aber ich würde erstmal die Touren in der Förde machen.
Die Pfingsttour mit Begleitung ist schon eine ordentliche Strecke. Je nach dem von wo Du startest, liegt die Distanz zwischen 20 und 25 Seemeilen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sagen wir mal 3 Knoten brauchst Du dafür ca. 7,5 Stunden, einfacher Weg.
Bei einer Tour von Kiel nach Wismar kannst Du schon fast eine gute Woche einplanen.
Immer passendes Wetter vorausgesetzt.

Gruß Moritz
Grüße von der Ostsee

Moritz
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