Best before …

Ich habe gerade kleine Ausbesserungsarbeiten am Boot. Schnell noch mal Sika kurz ansetzen … und fertig (so die Theorie). Also eine neue Kartusche geöffnet und in die Handpistole eingelegt. Los geht´s! Mit ruhiger Hand führe ich die Spritze am Holz entlang, aber schnell schmerzen mir die Finger so schwergängig ist es, verdammt! Man, man, man, heute geht es aber nicht leicht von der Hand. Egal, endlich habe ich es geschafft!

Als ich aufräume und einpacke, blitzt mir ein kurzer Gedanke durch den Kopf: war das neue Etiikett nicht heller neuerdings? Dann fällt mein Blick auf das Verfallsdatum: „Best before 03/2012“ – Arrrrgh! Das darf nicht wahr sein! Schön blöd von mir!

Was war passiert? Ich hatte noch zwei alte Kartuschen rumliegen, eine angebrochene, die andere ungeöffnet. Natürlich hatte ich mir wegen dem MHD eine neue Kartusche gekauft, aber woanders abgelegt. Kein Wunder, daß das Zeug so zähflüssig rauskam. Eigentlich ist es ein Wunder das man es nach so langer Zeit überhaupt noch verarbeiten kann.

Ich hatte mir in früheren Zeiten eine gute Handpistole gekauft, da die vorherige Billigversion einen hohen Eigenwiderstand hatte. Meine gute Pistole ist also sehr leichtgängig und langes Arbeiten kein Problem. Ich erinnerte mich daran, aber irgendwie dämmerte es mir heute nicht. 🙁

Zahlendreher 😉
Links neues Etikett, rechts altes Etikett

Holzpiratenfestival auf Abstand geht gar nicht

Moin zusammen.
Die schlechte Nachricht gleich vorab: wir haben uns dazu durchgerungen, das Treffen in diesem Jahr ausfallen zu lassen.

Die Gründe sind vielfältig und inzwischen auch hinlänglich bekannt, aber wir möchten dennoch an dieser Stelle unsere Entscheidung begründen:

Die Beschränkungen, die aufgrund der Corona-Pandemie erlassen wurden, werden zwar nach und nach gelockert, jedoch sind bestimmte Kernelemente davon ausgenommen. Abstandsgebote, Maskenpflicht und erhebliche hygienische Auflagen in Bezug auf gemeinsam genutzte Sanitäranlagen und bei der Ausgabe von Speisen und Getränken bleiben bestehen und zwar vermutlich noch auf längere Zeit. Gerade die beiden letzten Punkte können von professionell geführten Einrichtungen (z.B. Jugendherbergen) mit dem entsprechenden Aufwand tatsächlich umgesetzt werden. Es ist ziemlich unrealistisch, dies von dem mehr oder weniger improvisierten Treffen auf dem Gelände des Segelclubs von Urte in Lychen erwarten zu wollen. Weder der Segelclub, noch Urte oder wir beide können dafür die Verantwortung übernehmen.

Regatten sind ja durchaus erlaubt, auch die Kieler Woche wird im Herbst stattfinden, allerdings nur der sportliche Teil. Das Kernelement unseres Holzpiratenfestivals ist sicherlich das gemeinsame Segeln, in welcher Form auch immer, aber wer seine Erinnerungen an die vergangenen Treffen mal vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, wird erkennen, dass das gemeinsame Zusammensein drumherum genauso wichtig ist, ja, es nimmt sogar deutlich mehr Zeit in Anspruch. Ein Holzpiratenfestival, wo jede Crew sich alsbald in ihr eigenes Zelt zurückzieht und wir uns von Ferne zuprosten – nee, lieber nicht.

Ein weiterer Punkt: nicht nur unsere Boote gehören i.d.R. in die Hochrisikogruppe, auch für viele der Eigner*innen trifft dies zu. Sie würden wahrscheinlich, wenn überhaupt, nur mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend anreisen. Und diejenigen, die das alles eher auf die leichte Schulter nehmen, müssten sich letztlich dennoch das Risiko eingestehen.

Die öffentliche Wahrnehmung, die unseren Festivals in all den Jahren zuteil geworden ist, war eine sehr schöne Erfahrung. Auf das öffentliche Interesse in Zusammenhang mit einem neuen Corona-Hotspot in Lychen möchten wir gerne verzichten.

Von Urte kam der Vorschlag, quasi virtuell gemeinsam Festival zu feiern. Dazu könnten wir alle an dem Wochenende mit unseren Piraten auf dem heimischen Revier segeln und dabei Fotos und/oder Videos machen und diese dann auf der Webseite teilen. Auch eine gemeinsame Videokonferenz am Abend ist möglich. Hier sind wir für alle Ideen offen. Hinterlasst uns gerne einen Kommentar. Ansonsten sehen wir uns hoffentlich im kommenden Jahr. Bleibt gesund!

Malte & Mike

PS: unabhängig vom uns haben sich ohnehin schon ein paar sehr aktive Teilnehmer von Euch zum gemeinsamen Wandersegeln vor oder nach dem HPF hier im Forum verabredet gehabt. Wer mag kann dieses ja als Alternative sehen, auf eigenes Risiko. Dieses wäre ein rein privates Treffen unter Euch, ohne Rahmenprogramm, ohne Veranstalter.

Auch die Jugendherbergen leiden unter Covid-19

Das Holzpiratenfestival ist regelmäßig Gast in der Jugendherberge Mardorf am Steinhuder Meer. Seit vielen Jahren ermöglicht es uns das tolle Bootshaus zu nutzen, die Unterkünfte, Küche, Slipanlage und (bis letztes Jahr) auch den Steg. Ohne die Jugendherberge wäre es nicht möglich gewesen diese schönen Segelwochenenden kostengünstig auf die Beine gestellt zu haben.

Bei den vielen Nachrichten vergisst man schnell, dass auch diese tollen Einrichtungen durch das Corona Virus akut gefährdet sind. Macht darauf aufmerksam und unterstützt bitte diese Petition, damit wir auch in Zukunft dort das Holzpiratenfestival gemeinsam feiern können.

Vielen Dank!
Malte & Mike

Holzpiraten Schreibtisch

Ja richtig gesehen! Dieses „JECKES TEIL“ kann man aktuell auf ebay-Kleinanzeigen kaufen !

Hallo Leute,
nach langer Zeit mal wieder ein ungewöhnliches Fundstück für meine „Galerie des Schreckens„. Als Holzbootliebhaber bin ich zwiegespalten. Schrecklich einerseits das es ein Boot für immer und ewig nicht mehr auf das Wasser schaffen wird, andererseits schön, dass hier ein Boot noch lange Freude spenden kann, an Land. Ich hoffe auf letzteres und vielleicht findet sich ja ein neuer Liebhaber für dieses Unikat, welches zum Verkauf steht.

Günther Kern aus Hürtenwald (zwischen Köln und Aachen, Tel. 02429-7785) würde sich freuen wenn er einen Käufer findet. Er hat mal auf einem Holzpirat gelernt gehabt, kam dann zum Dickschiffsegeln und legte sich später einen runtergekommenden Holzpiraten zu den er zu einem Schreibtisch umbauen ließ.

Die Maße des Schreibtisches sind:
Länge Rumpf: ca. 280 cm
Länge Rumpf mit Ruder: ca. 330 cm
Maximale Breite: ca. 130 cm
Gesamthöhe mit Piraten-Verklicker: ca. 240 cm
Maximale Rumpfhöhe ohne Mast: ca. 95 cm
Höhe der Schreibtischplatte: ca. 77,5 cm
Breite der asymmetrischen Schreibtischplatte vorne und hinten: ca. 97 cm
Tiefe der asymmetrischen Schreibtischplatte links: ca. 65,5 cm
Tiefe der asymmetrischen Schreibtischplatte rechts: ca. 57,5 cm
Baumlänge: ca. 108 cm

Die Beleuchtung besteht aus einem Toplicht und vier Baumscheinwerfern. Über die drei schwarzen Schalterknöpfe (neben dem Schubladenfach) lassen sich alle fünf oder nur das Toplicht oder nur die vier Baumscheinwerfer ein- und ausschalten. Die Schreibtischplatte ist vorne leicht gerundet; wegen der besseren Optik und auch wegen eines eventuellen Bauchs 😉  
Der weiße Holzblock am Bug (auf der Rückseite leicht defekt) ist von der GORCH FOCK !    

Weitere ungewöhnliche Schicksale von Holzpiraten findet ihr in meiner „Galerie des Schreckens„. Dort gibt es die Feuerbestattung, den Blumentopf, die Kellerbar, das Sofa, das Autodach, und und und … und nun auch den Schreibtisch 🙂

Pimp my Traveller

Thomas Kuschwitz hat sich bei mir gemeldet (ja, der mit dem Stabdeck auf seinem Holzpiraten). Er hat seinen Traveler modifiziert. Vielen Dank für die Zusendung, Thomas!

Ich habe es wirklich getan, und die teure Bronze Curryklemme zersägt!

Das waren meine Gedanken beim letzten Akt der Optimierung meines Traveller.

Aber mal auf Anfang.
Bei meiner „Queenie“ ist im Jahr 1952 ein Traveller verbaut worden, und irgendwie dachte ich immer, der muss doch mehr können als immer nur bei jeder Wende hin und her zu rutschen.

Also wollte ich den Traveller zum Segeltrimm nutzen. Es sollte auf dem alten Stück aber nicht eine nach High Tech aussehende Lösung sein. Also mussten Umlenkrollen aus Bronze, ein Messingring und eine Bronze Klemme her.

Beim ersten Versuch merkte ich dann schnell, dass es für mich als Einhandsegler von Vorteil ist, wenn ich die Traveler Talje von der Hohen Kante aus bedienen kann und nicht immer nach unten zum Wasser hin krabbeln muss. Somit war dann auch noch schnell ein Umlenkblock mit im Spiel.

Abbildung 1 – Umlenkblöcke am Ring für den zentralen Holepunkt am Traveller

Aber was ist das nun mit der Curryklemme?

Na ja, die schön anzusehende Tüllenklemme die Enden der Talje immer so kaputt gemacht, das diese am Ende nicht mehr richtig klemmten.

Abbildung 2 – Tüllenklemme mit aufgedröseltem Taljen Ende

Also dacht ich mir ich kauf einen schöne Curryklemme zersäge diese und bau die so auf einem Sockel, dass die Traveler Talje zwischen der Curryklemme und dem Traveller Baum geklemmt werden kann.

Abbildung 3 – Curryklemme aus Bronze von Toplicht
Abbildung 4 – Bronze Curryklemme zersägt
Abbildung 5 – Messingkonsole für die halbe Curryklemme
Abbildung 6 – Curryklemme mit Epoxidharz auf die Konsole geklebt
Abbildung 7 – Klemmversuch

Klemmversuch mit einem Ende das aus alten PET Flaschen hergestellt wurde, gibt es bei Toplicht.

Ja, der Durchmesser ist etwas mehr als bei den High Tech Traveller der Rennziegen, aber ich hab gern was in der Hand. Als Einhandsegler ist das die Großschot, die Fockshot und nun die Traveller Talje, da ist es mir wichtig dass die Durchmesser so aufeinander abgestimmt sind, dass man die blind gut greifen kann.

Abbildung 8 – Rechte und linke Konsole
Abbildung 9 – Konsole am Traveller Baum
Abbildung 10 – Test der maximal geholten Talje
Abbildung 11 – Test der maximal gefierten Talje
Abbildung 12 – Der zentrale Holepunkt

In diesem Bild sieht man, dass ich am Originalzustand von 1952 nichts ändern musste. Diese Konstellation fahre ich schon seit über fünf Jahren so. Das System hat sich also bewährt.

Abbildung 13 – Schutz (Am Travellerbaum) vor dem Schamfilen der Umlenkblöcke
Abbildung 14 – Schutz (an den Blöcken) vor dem Schamfilen der Umlenkblöcke

Letzte Saison konnte ich dieses Setup dann auf dem See ausprobieren und ich kann sagen das sieht nicht nur gut aus, die halben Curryklemmen halten nun die Traveller Talje mit Sicherheit fest 😊