Restaurierung eines Holz/Gfk Piraten

#1
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Hallo !
Wie eine Jungfrau zum Kind bin ich zu einem Gfk/Holz Piraten der Werft Hein, Bjr. 1977, G 3322 gekommen.
Ich habe zwar schon 4 Holzpiraten restauriert aber noch keinen Gfk Piraten.  Dieser Pirat hat eine Gfk Schale, ein Holzldeck (Sperrholz) lose Bodenbretter und der ganze Innenausbau ist aus Sperrholz.( Längsstringer, Bodenwrangen, Bug- und Heckabschottung sowie die losen Bodenbretter). Die Längsstringer haben sich zum großen Teil aufgelöst nebst Querversteifungen, die vorderen Wrangen sind verfault und die Schwertkastenversteifung (auch aus Hollz) zu einem Drittel auch. Hier gerade auch der Schwertbolzenbereich.
Nun meine Frage: kann mir jemand etwas zu diesem Problem sagen. Ggf. Erfahrungen mit so einer Restauration weitergeben.
Ich möchte das Schiff ungern verschrotten denn der Rest ist noch recht gut beisammen.
Vorgehen wollte ich wie folgt: alles vergammelte rausreißen. Die entstehenden Kehlen von den Stringern säubern, mit epoxy auffüllen und die neuen Stringer eindrücken bzw. verkleben. Die Wrange erneuern und einkleben.  Am Schwertkasten den vergammelten Teil schräg abschneiden und  durch ein neues Stück ersetzen. Dann die fehlenden Querversteifungen ersetzen.  Kann ich diese Arbeiten erledigen wenn das Boot auf dem Hänger bleibt oder muss ich eine Helling bauen. Es müßte doch die Rumpfsteifigkeit ( es bleiben ja etliche Wrangen und restliche Stringer vorhanden) reichen?
Es ist bekannt das es hier um Holzpiraten geht aber evtl. erbarmt sich jemand und hilft mir weiter.
Mail: dieter.koebke@freenet.de    Mast- und Schotbruch Euch allen. DK Bommel IV    
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#1
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Hallo !
Wie eine Jungfrau zum Kind bin ich zu einem Gfk/Holz Piraten der Werft Hein, Bjr. 1977, G 3322 gekommen.
Ich habe zwar schon 4 Holzpiraten restauriert aber noch keinen Gfk Piraten.  Dieser Pirat hat eine Gfk Schale, ein Holzldeck (Sperrholz) lose Bodenbretter und der ganze Innenausbau ist aus Sperrholz.( Längsstringer, Bodenwrangen, Bug- und Heckabschottung sowie die losen Bodenbretter). Die Längsstringer haben sich zum großen Teil aufgelöst nebst Querversteifungen, die vorderen Wrangen sind verfault und die Schwertkastenversteifung (auch aus Hollz) zu einem Drittel auch. Hier gerade auch der Schwertbolzenbereich.
Nun meine Frage: kann mir jemand etwas zu diesem Problem sagen. Ggf. Erfahrungen mit so einer Restauration weitergeben.
Ich möchte das Schiff ungern verschrotten denn der Rest ist noch recht gut beisammen.
Vorgehen wollte ich wie folgt: alles vergammelte rausreißen. Die entstehenden Kehlen von den Stringern säubern, mit epoxy auffüllen und die neuen Stringer eindrücken bzw. verkleben. Die Wrange erneuern und einkleben.  Am Schwertkasten den vergammelten Teil schräg abschneiden und  durch ein neues Stück ersetzen. Dann die fehlenden Querversteifungen ersetzen.  Kann ich diese Arbeiten erledigen wenn das Boot auf dem Hänger bleibt oder muss ich eine Helling bauen. Es müßte doch die Rumpfsteifigkeit ( es bleiben ja etliche Wrangen und restliche Stringer vorhanden) reichen?
Es ist bekannt das es hier um Holzpiraten geht aber evtl. erbarmt sich jemand und hilft mir weiter.
Mail: dieter.koebke@freenet.de    Mast- und Schotbruch Euch allen. DK Bommel IV    
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#2
Hallo Bommel, uii da hat du was vor!

Hab mir Grad die Fotos nochmal angesehen. Sind paar doppelt.

Das ist doch hinzukriegen, genau gekuckt wie's gemacht wurde, und los.

Jetzt kommt wieder meine Lieblingsempfehlung:
Wenn alles wieder eingebaut ist, mit reinem Leinöl behandeln. Tippe drauf, daß es nie geölt wurde, sonst sähe es längst nicht so schlimm aus.

Klar, je mehr du entfernen musst, je stabiler muss das Boot liegen. Vielleicht Stück für Stück arbeiten.
Hinten auf jeden Fall was unterstellen, würde ich sagen.
Mal rausfinden, wie die Elemente untereinander verbunden wurden.
Epoxy klebt ja super, das alte Zeug ist sicher mit Polyester geklebt.
Vielleicht würde ich die Sperrholz- Teile durch Holz ersetzen. Ziehen nicht so viel Wasser an den Stirnseiten.

Viel Spaß und Erfolg!
Grüße, Steffen.
~~~wasseruntermKiel~~~
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#2
Hallo Bommel, uii da hat du was vor!

Hab mir Grad die Fotos nochmal angesehen. Sind paar doppelt.

Das ist doch hinzukriegen, genau gekuckt wie's gemacht wurde, und los.

Jetzt kommt wieder meine Lieblingsempfehlung:
Wenn alles wieder eingebaut ist, mit reinem Leinöl behandeln. Tippe drauf, daß es nie geölt wurde, sonst sähe es längst nicht so schlimm aus.

Klar, je mehr du entfernen musst, je stabiler muss das Boot liegen. Vielleicht Stück für Stück arbeiten.
Hinten auf jeden Fall was unterstellen, würde ich sagen.
Mal rausfinden, wie die Elemente untereinander verbunden wurden.
Epoxy klebt ja super, das alte Zeug ist sicher mit Polyester geklebt.
Vielleicht würde ich die Sperrholz- Teile durch Holz ersetzen. Ziehen nicht so viel Wasser an den Stirnseiten.

Viel Spaß und Erfolg!
Grüße, Steffen.
~~~wasseruntermKiel~~~
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#3
Hallo! Danke für die Antwort. Hatte schon befürchtet geschnitten zu werden da der Rumpf aus Kunststoff ist und nicht aus Holz. Wie stark müsste denn eine Holzleiste für die Stringer denn sein? Die Sperrholzleiste ist 10mm dick. MfG, DK


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#3
Hallo! Danke für die Antwort. Hatte schon befürchtet geschnitten zu werden da der Rumpf aus Kunststoff ist und nicht aus Holz. Wie stark müsste denn eine Holzleiste für die Stringer denn sein? Die Sperrholzleiste ist 10mm dick. MfG, DK


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#4
Hallo Bommel lV,
ich hab mir grade mal die Bilder angeschaut. Ich weiß ja nicht wie weit die Wiederherstellung schon vorangegangen ist. 
Zu Bild 1
Die Stringer aus Sperrholz in Längsrichtung sind ja nur aufgegangen.
Da ja wahrscheinlich alles mal als komplettes Gerüst eingeklebt wurde,hängt auch alles miteinander zusammen,nehme ich mal an.
Ich würde in die aufgegangenen Lagen Epoxydharz Pinseln und neu verkleben, mit beidseitigen passenden Druckbeilagen und Schraubzwingen segmentweise gut pressen. Beilagen gut mit Paketklebeband oder Folie versiegeln,damit sie sich wieder lösen. Danach gut anschleifen und neu lackieren. 
Wenn das Holz mit dem GFK Rumpf lose ist,am besten den alten Harz mit Dremel wegfräsen,Holz und Rumpf an der Stelle von Farbe befreien.Epoxydharz mit Baumwollflocken mischen, kann man wie Spachtelmasse gut einstellen.Neue Hohlkehlen lassen sich sehr gut mit Einwegesslöffeln nachziehen,der Radius an der Löffelspitze ist super.
Bei den Querverbänden könnte man das rotte Holz mit Stecheisen rauskratzen.Wenn sich die Bauteile nicht entfernen lassen ohne größere Zerstörung,besser drinnlassen.Diese Löcher würde ich auch mit angedickten Harz füllen.Damit das Zeug an den senkrechten Flächen nicht absackt,könnte man Plexiglasstücken zurechtschneiden,da sieht man gut ob das Loch gut verfüllt ist,mit Folie oder Tesa versiegeln und anpressen.Mit passenden Holzleisten zum nächsten Querverband das Plexi anpressen. Eventuelle Löcher kann man nachträglich mit dicken Harz und Spachtel nacharbeiten.Alle schwarzen Stellen bis aufs gesunde Holz säubern und schauen wie es aussieht.
Man kann auch zur Stabilisierung gutes 10mm Sperrholz einseitig,bei beidseitiger Beklebung reicht sicher auch 6mm passend ankleben.
So vielleicht ist das eine mögliche Idee,jedenfalls würde ich so vorgehen.
Viel Erfolg?
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#4
Hallo Bommel lV,
ich hab mir grade mal die Bilder angeschaut. Ich weiß ja nicht wie weit die Wiederherstellung schon vorangegangen ist. 
Zu Bild 1
Die Stringer aus Sperrholz in Längsrichtung sind ja nur aufgegangen.
Da ja wahrscheinlich alles mal als komplettes Gerüst eingeklebt wurde,hängt auch alles miteinander zusammen,nehme ich mal an.
Ich würde in die aufgegangenen Lagen Epoxydharz Pinseln und neu verkleben, mit beidseitigen passenden Druckbeilagen und Schraubzwingen segmentweise gut pressen. Beilagen gut mit Paketklebeband oder Folie versiegeln,damit sie sich wieder lösen. Danach gut anschleifen und neu lackieren. 
Wenn das Holz mit dem GFK Rumpf lose ist,am besten den alten Harz mit Dremel wegfräsen,Holz und Rumpf an der Stelle von Farbe befreien.Epoxydharz mit Baumwollflocken mischen, kann man wie Spachtelmasse gut einstellen.Neue Hohlkehlen lassen sich sehr gut mit Einwegesslöffeln nachziehen,der Radius an der Löffelspitze ist super.
Bei den Querverbänden könnte man das rotte Holz mit Stecheisen rauskratzen.Wenn sich die Bauteile nicht entfernen lassen ohne größere Zerstörung,besser drinnlassen.Diese Löcher würde ich auch mit angedickten Harz füllen.Damit das Zeug an den senkrechten Flächen nicht absackt,könnte man Plexiglasstücken zurechtschneiden,da sieht man gut ob das Loch gut verfüllt ist,mit Folie oder Tesa versiegeln und anpressen.Mit passenden Holzleisten zum nächsten Querverband das Plexi anpressen. Eventuelle Löcher kann man nachträglich mit dicken Harz und Spachtel nacharbeiten.Alle schwarzen Stellen bis aufs gesunde Holz säubern und schauen wie es aussieht.
Man kann auch zur Stabilisierung gutes 10mm Sperrholz einseitig,bei beidseitiger Beklebung reicht sicher auch 6mm passend ankleben.
So vielleicht ist das eine mögliche Idee,jedenfalls würde ich so vorgehen.
Viel Erfolg?
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#5
Hallo! Dank für den Beitrag. Er kommt gerade recht. Stringer werden neu geklebt und eine Länge von 2 Metern erneuert. Am Schwertkasten ist leider nicht viel gesundes Holz in dem vergammelten Bereich übrig geblieben. Hier werde ich neue Stücke einsetzen müssen. Gedanken mache ich mir über die Lastverteilung zum erhaltenen Teil. Schneide ich das Stück gerade heraus oder schräg. Wie finde ich die Schwertbolzenbohrung wieder? Der Bereich muss an beiden Seiten erneuert werden. Gruss Bommel IV
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#5
Hallo! Dank für den Beitrag. Er kommt gerade recht. Stringer werden neu geklebt und eine Länge von 2 Metern erneuert. Am Schwertkasten ist leider nicht viel gesundes Holz in dem vergammelten Bereich übrig geblieben. Hier werde ich neue Stücke einsetzen müssen. Gedanken mache ich mir über die Lastverteilung zum erhaltenen Teil. Schneide ich das Stück gerade heraus oder schräg. Wie finde ich die Schwertbolzenbohrung wieder? Der Bereich muss an beiden Seiten erneuert werden. Gruss Bommel IV
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