Übergang Kiel zum Steven

#1
Liebe Forumsmitglieder,
ich bin seit kurzem Besitzer eines Piraten. Im Forum habe ich es bereits vorgestellt. Jetzt geht es an die Arbeit. Jeweils auf beiden Seiten sind am Steven Planken zu erneuern. 
Bevor ich damit beginne, hätte ich eine Frage: Wie gehe ich mit dem Spalt zwischen dem Steven und dem Kiel um (Foto)?
Ich wäre für ein paar Ratschläge dankbar.


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#1
Liebe Forumsmitglieder,
ich bin seit kurzem Besitzer eines Piraten. Im Forum habe ich es bereits vorgestellt. Jetzt geht es an die Arbeit. Jeweils auf beiden Seiten sind am Steven Planken zu erneuern. 
Bevor ich damit beginne, hätte ich eine Frage: Wie gehe ich mit dem Spalt zwischen dem Steven und dem Kiel um (Foto)?
Ich wäre für ein paar Ratschläge dankbar.


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#2
Es handelt sich dabei um eine sogenannte Lasche.
Sollten sich die Formen von Kiel und Steven nicht mehr aneinander fügen lassen (Holz in der Lasche verzogen), kommt man kaum um das neuanfertigen eines Stevens rum.
Natürlich kann man versuchen mit Klebern zu arbeiten, aber ich befürchte der Steven hats hinter sich.
Viele unterschätzen welche Kräfte auf die Lasche wirken. Wenn der privat richtig Fahrt macht bei steifem Wind, hackt da gerne schon mal der Bug in die kurzen wind Wellen.. Genau mit der Lasche.
Wenn neu Herstellung keine Option für dich ist füge es aneinander so gut es geht, und Kipp dann von oben den Steven, Kiel, und Planken in Harz... Einfach zwischen spant Nr 10 und Steven vollkippen.
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#2
Es handelt sich dabei um eine sogenannte Lasche.
Sollten sich die Formen von Kiel und Steven nicht mehr aneinander fügen lassen (Holz in der Lasche verzogen), kommt man kaum um das neuanfertigen eines Stevens rum.
Natürlich kann man versuchen mit Klebern zu arbeiten, aber ich befürchte der Steven hats hinter sich.
Viele unterschätzen welche Kräfte auf die Lasche wirken. Wenn der privat richtig Fahrt macht bei steifem Wind, hackt da gerne schon mal der Bug in die kurzen wind Wellen.. Genau mit der Lasche.
Wenn neu Herstellung keine Option für dich ist füge es aneinander so gut es geht, und Kipp dann von oben den Steven, Kiel, und Planken in Harz... Einfach zwischen spant Nr 10 und Steven vollkippen.
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#3
Hallo Ole, herzlichen Dank. Ich habe sowas schon fast befürchtet.
Werde mich mal mit einem Bootsbauer zusammensetzen. Mal sehen, was möglich ist.
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#3
Hallo Ole, herzlichen Dank. Ich habe sowas schon fast befürchtet.
Werde mich mal mit einem Bootsbauer zusammensetzen. Mal sehen, was möglich ist.
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#4
Hier im forum gibt es Baupläne. Auf Blatt Nr. 1 ist der Steven in Maßstab 1:1, wenn man es in entsprechender Größe drückt.

Auf Blatt Nr. 2 ist der Kielstapelungsplan.
Auf Höhe der Spaten sind die Maße zum tiefsten Punkt des Kiels eingetragen. Achtung ich glaube "Null" liegt bei +35mm oder so... Siehst du im plan.

Überprüfe doch mal ob der Kiel noch seine Form hat
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#4
Hier im forum gibt es Baupläne. Auf Blatt Nr. 1 ist der Steven in Maßstab 1:1, wenn man es in entsprechender Größe drückt.

Auf Blatt Nr. 2 ist der Kielstapelungsplan.
Auf Höhe der Spaten sind die Maße zum tiefsten Punkt des Kiels eingetragen. Achtung ich glaube "Null" liegt bei +35mm oder so... Siehst du im plan.

Überprüfe doch mal ob der Kiel noch seine Form hat
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#5
Vielen Dank. Ich werde erst einmal den Steven zum Teil freilegen, um mir den Schaden anzusehen. Die Pläne sind eine gute Grundlage für das weitere Vorgehen. Auch den Kiel werde ich mir genau ansehen.
Das Boot liegt in Hamburg bei meiner Familie. Wir selbst wohnen in der Nähe von Kiel, sodass ich überwiegend nur an Wochenenden Arbeiten am Boot vornehmen kann.
Ich werde Dich aber auf dem Laufenden halten.
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#5
Vielen Dank. Ich werde erst einmal den Steven zum Teil freilegen, um mir den Schaden anzusehen. Die Pläne sind eine gute Grundlage für das weitere Vorgehen. Auch den Kiel werde ich mir genau ansehen.
Das Boot liegt in Hamburg bei meiner Familie. Wir selbst wohnen in der Nähe von Kiel, sodass ich überwiegend nur an Wochenenden Arbeiten am Boot vornehmen kann.
Ich werde Dich aber auf dem Laufenden halten.
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#6
Ich sag mal so. Hinbekommen kann man alles. Wenn es ein Herzensprojekt ist steckt man viel Arbeit Zeit und/oder Geld rein.
Einen segeltauglichen Piraten, der mit regelmäßiger Liebe noch lange Spaß macht, bekommt man für einen relativ schmalen Kurs.

Wenn du Spaß dran hast und es nun mal der Pirat sein soll, mach eine richtige Bestandsaufnahme.
Der Steven lässt vermuten dass andere Stellen am Unterwasserschiff vielleicht auch nicht mehr das gelbe vom Ei sind.
Wenn du das Boot vor Witterung schützen kannst, würde ich damit beginnen die undurchsichtige Farbe abzuschliefen. Mit einem exenterschleifer und p80 schleifscheiben dauert das einen Nachmittag.

Pack dich dabei gut ein, so alte Lacke birgen manchmal Geheimnisse, welche fiese hautreaktionen verursachen.

Also Maske, langärmelige Kleidung, Halstuch! (wegen Schweiß). Staub absaugen wenns geht, kann den ganzen hof/die Garage versauen.

Vielleicht bekommt man die Schlingel am Steven auch wieder zu Un kann vorne etwas ausleisten.

Die günstigste Variante ist das Unterwasserschiff mit wenigen lagen glasfasermatte und epoxyd zu laminieren.
Epoxyd ist unglaublich steif und kann in wenigen lagen, gebunden in der Kreuzgewebten glasfasermatte einen holzrumpf sogar extrem versteifen, was sich positiv auf die segeleigenschaften auswirkt.

Epoxyd ist in der Lage ins das Holz einzudringen und sich weit unter der Oberfläche mit den holzfaser zu verbinden.
Somit wird das Holz regelrecht versteift.
Es besteht also auch nicht die typische gfk-problematik, dass die Feuchtigkeit zwischen "Schale" und Holz kriecht.
Da bei Epoxyd keine "Schale" entsteht, sondern eine Haut die fest mit der Faser verbunden ist und Wasser sowie Dampf undurchlässig ist.

Im 2. Weltkrieg wurden aus holzfasern und Epoxyd Propeller gepresst, welche beschussfester als metallpropeller waren.

Epoxyd ist Wasser und Dampfundurchlassig. Das Boot ist dann unterhalb der Wasserlinie trocken. Punkt.

Ein bekannter hat einen 15er jolle Kreuzer gekauft in den etwa 1000 Stunden Arbeit geflossen wären. Er hat in auf beschriebene Weise versteift und segelt ihn nun seit 5 Jahren.

Das Schiff muss dann von innen trocken gehalten werden, oder man streicht alle kanten und Flächen der Innenseite auch mit Epoxyd. Somit wäre dann das gesamte Boot versiegelt.
Ich rechne mit einer Lebensdauer von 40 - 50 Jahren, könnte mit Pflege und mit zusätzlich auftragbaren lackversiegelungen theoretisch vielleicht sogar länger halten als du lebst.

An meinem Piraten wurde der Steven, die Lasche und der Kiel bis spant 10 in epoxy gekippt. Ist die einzige Stelle die mir keine Probleme bereitet.
Meines Wissens hat das Boot sein letztes refit Ende der 80er Jahre bekommen. Sind also 30 Jahre und hält.

Zum Gewicht sage ich immer, das Holz saugt nicht mehr. Wenn mein Kiel es schafft 10kg Epoxyd aufzusaugen, hätte er im Wasser auch 10kg Wasser gezogen.
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#6
Ich sag mal so. Hinbekommen kann man alles. Wenn es ein Herzensprojekt ist steckt man viel Arbeit Zeit und/oder Geld rein.
Einen segeltauglichen Piraten, der mit regelmäßiger Liebe noch lange Spaß macht, bekommt man für einen relativ schmalen Kurs.

Wenn du Spaß dran hast und es nun mal der Pirat sein soll, mach eine richtige Bestandsaufnahme.
Der Steven lässt vermuten dass andere Stellen am Unterwasserschiff vielleicht auch nicht mehr das gelbe vom Ei sind.
Wenn du das Boot vor Witterung schützen kannst, würde ich damit beginnen die undurchsichtige Farbe abzuschliefen. Mit einem exenterschleifer und p80 schleifscheiben dauert das einen Nachmittag.

Pack dich dabei gut ein, so alte Lacke birgen manchmal Geheimnisse, welche fiese hautreaktionen verursachen.

Also Maske, langärmelige Kleidung, Halstuch! (wegen Schweiß). Staub absaugen wenns geht, kann den ganzen hof/die Garage versauen.

Vielleicht bekommt man die Schlingel am Steven auch wieder zu Un kann vorne etwas ausleisten.

Die günstigste Variante ist das Unterwasserschiff mit wenigen lagen glasfasermatte und epoxyd zu laminieren.
Epoxyd ist unglaublich steif und kann in wenigen lagen, gebunden in der Kreuzgewebten glasfasermatte einen holzrumpf sogar extrem versteifen, was sich positiv auf die segeleigenschaften auswirkt.

Epoxyd ist in der Lage ins das Holz einzudringen und sich weit unter der Oberfläche mit den holzfaser zu verbinden.
Somit wird das Holz regelrecht versteift.
Es besteht also auch nicht die typische gfk-problematik, dass die Feuchtigkeit zwischen "Schale" und Holz kriecht.
Da bei Epoxyd keine "Schale" entsteht, sondern eine Haut die fest mit der Faser verbunden ist und Wasser sowie Dampf undurchlässig ist.

Im 2. Weltkrieg wurden aus holzfasern und Epoxyd Propeller gepresst, welche beschussfester als metallpropeller waren.

Epoxyd ist Wasser und Dampfundurchlassig. Das Boot ist dann unterhalb der Wasserlinie trocken. Punkt.

Ein bekannter hat einen 15er jolle Kreuzer gekauft in den etwa 1000 Stunden Arbeit geflossen wären. Er hat in auf beschriebene Weise versteift und segelt ihn nun seit 5 Jahren.

Das Schiff muss dann von innen trocken gehalten werden, oder man streicht alle kanten und Flächen der Innenseite auch mit Epoxyd. Somit wäre dann das gesamte Boot versiegelt.
Ich rechne mit einer Lebensdauer von 40 - 50 Jahren, könnte mit Pflege und mit zusätzlich auftragbaren lackversiegelungen theoretisch vielleicht sogar länger halten als du lebst.

An meinem Piraten wurde der Steven, die Lasche und der Kiel bis spant 10 in epoxy gekippt. Ist die einzige Stelle die mir keine Probleme bereitet.
Meines Wissens hat das Boot sein letztes refit Ende der 80er Jahre bekommen. Sind also 30 Jahre und hält.

Zum Gewicht sage ich immer, das Holz saugt nicht mehr. Wenn mein Kiel es schafft 10kg Epoxyd aufzusaugen, hätte er im Wasser auch 10kg Wasser gezogen.
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#7
Hallo, ich habe Deinen Beitrag erst heute gelesen.
Ja, es ist eine Herzensangelegenheit. Die Zeit und die Ausdauer sind bei mir vorhanden. Auch die äußeren Umstände stimmen. Ich einen alten Pferdestall ausgebaut und dort auch gleichzeitig eine Aufhängung eingerichtet, um die Jolle selbstständig, ohne fremde Hilfe anheben und drehen zu können. 
Ich stehe ganz am Anfang mit den Arbeiten. Bin also bei einer Bestandsaufnahme. Gerne würde ich den ursprünglichen Zustand wieder herstellen, soweit es vertretbar ist. 
Den Umgang mit Epoxy habe ich mir angeeignet. Vor 2 Jahre fand ich einen Gfk-Korsar. Ziemlich heruntergekommen. Es musste einiges ausgebessert werden, einschließlich eines gebrochenen Rumpfes. 
Heute schwimmt es wieder. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr mit Trailer und Boot nach Dänemark, rd. Alsen. Corona hat mir ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Vielen Dank für die Hinweise und Tipps.
P.s.
Ich habe mir das Buch „Holzboote - Renovieren und Instandhalten“ von Thomas Larsson gekauft. Es sind zwar nicht alle Anregungen nachvollziehbar, da es weniger für Jollen geschrieben wurde, aber grundsätzliche Anregungen könnte ich entnehmen, um auch Fehler von vorne herein zu vermeiden.
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#7
Hallo, ich habe Deinen Beitrag erst heute gelesen.
Ja, es ist eine Herzensangelegenheit. Die Zeit und die Ausdauer sind bei mir vorhanden. Auch die äußeren Umstände stimmen. Ich einen alten Pferdestall ausgebaut und dort auch gleichzeitig eine Aufhängung eingerichtet, um die Jolle selbstständig, ohne fremde Hilfe anheben und drehen zu können. 
Ich stehe ganz am Anfang mit den Arbeiten. Bin also bei einer Bestandsaufnahme. Gerne würde ich den ursprünglichen Zustand wieder herstellen, soweit es vertretbar ist. 
Den Umgang mit Epoxy habe ich mir angeeignet. Vor 2 Jahre fand ich einen Gfk-Korsar. Ziemlich heruntergekommen. Es musste einiges ausgebessert werden, einschließlich eines gebrochenen Rumpfes. 
Heute schwimmt es wieder. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr mit Trailer und Boot nach Dänemark, rd. Alsen. Corona hat mir ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Vielen Dank für die Hinweise und Tipps.
P.s.
Ich habe mir das Buch „Holzboote - Renovieren und Instandhalten“ von Thomas Larsson gekauft. Es sind zwar nicht alle Anregungen nachvollziehbar, da es weniger für Jollen geschrieben wurde, aber grundsätzliche Anregungen könnte ich entnehmen, um auch Fehler von vorne herein zu vermeiden.
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