Segeln im Fluss

#1
Angeregt durch den packenden Artikel über die Rheinwoche 2016 ...

Mich würde echt mal interessieren, wie es so ist, auf einem Fluß zu segeln ... mit all der Strömung, den Strudeln ...

Wenn ich in "stehendem" Gewässer segle, bekomm ich ja gewisse Signale wie den Wind in's Gesicht, ich spüre wie das Boot an Ruder und Schot zieht etc. ... das fließt mehr oder weniger intuitiv in die Kurswahl ein ... in meine Strategie, wie ich wann wohin gelange ...

wie ist das wenn jetzt soundsoviel Strom dazu kommt ... spielen die gewohnten "Sinne" da überhaupt noch mit ... hat da die Intuition des "See" Seglers Pause?

Kann ich etwa überhaupt Distanz stromauf gut machen ... vor allem (hoch) am Wind (z.B. am Rhein) ... (jaja ich weiß schon: Stromdreieck ... ich frag jetzt aber nach der dem Jolli eigenen direkten Intuition ... das kann der Dickschiffer ja jetzt nich gaaaanz sooo *ggg*)

Ist das Flußsegeln irgendwie vergleichbar mit Segeln in einem Tidenrevier ... ich war mal in der Nordsee vor Spiekeroog ... da hat's auch geströmt und das hat die "normale" Erfahrung schon ein bisserl durchgerüttelt ... man kam oft auch nicht genau dorthin wo man ursprünglich gedacht hatte *muahaha*

Handbreit
Mike
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#1
Angeregt durch den packenden Artikel über die Rheinwoche 2016 ...

Mich würde echt mal interessieren, wie es so ist, auf einem Fluß zu segeln ... mit all der Strömung, den Strudeln ...

Wenn ich in "stehendem" Gewässer segle, bekomm ich ja gewisse Signale wie den Wind in's Gesicht, ich spüre wie das Boot an Ruder und Schot zieht etc. ... das fließt mehr oder weniger intuitiv in die Kurswahl ein ... in meine Strategie, wie ich wann wohin gelange ...

wie ist das wenn jetzt soundsoviel Strom dazu kommt ... spielen die gewohnten "Sinne" da überhaupt noch mit ... hat da die Intuition des "See" Seglers Pause?

Kann ich etwa überhaupt Distanz stromauf gut machen ... vor allem (hoch) am Wind (z.B. am Rhein) ... (jaja ich weiß schon: Stromdreieck ... ich frag jetzt aber nach der dem Jolli eigenen direkten Intuition ... das kann der Dickschiffer ja jetzt nich gaaaanz sooo *ggg*)

Ist das Flußsegeln irgendwie vergleichbar mit Segeln in einem Tidenrevier ... ich war mal in der Nordsee vor Spiekeroog ... da hat's auch geströmt und das hat die "normale" Erfahrung schon ein bisserl durchgerüttelt ... man kam oft auch nicht genau dorthin wo man ursprünglich gedacht hatte *muahaha*

Handbreit
Mike
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#2
Moin Mike,

ich muss sagen,  dass die Stör ein relativ kleiner Fluss ist und ich regelmäßig auf ihr segeln gehe. Mein wichtigstes Hab und Gut ist dabei mein Gezeitenkalender. 

Beim Wandersegeln mit euch habe ich gemerkt, wie entspannt *ruhiges* Gewässer sein kann. Z.B. kann es für uns sehr problematisch werden, wenn wir nicht ausreichend Wind haben und nicht gegen die Strömung ankommen. Bin dann auch schonmal wieder umgedreht mit Kommando "Beide Maschinen (Paddel) volle Kraft voraus" in den Hafen zurück. 
Außerdem kann ich manchmal auch auf der Stelle segeln, wenn ich nicht gerade mit der Strömung segel. Beim Kreuzen merkt man den Versatz schon, das ist richtig.

Beim Segel setzen habe ich festgestellt, dass die Seesegler sich meistens erst eine Tonne suchen, bei der sie das Großsegel hochziehen können. Bei uns geht das nicht. Also Schiff gegen Wind oder Schwert in den Schlick und Segel hoch... man muss dabei unheimlich auf die Strömung achten. Zum Segel setzen nehme ich dazu auch meistens die etwas ruhigere Innenkurve des Flusses. Dieses Jahr geht's auf einen Törn zu den großen Schiffen auf die Unterelbe, bin mal gespannt. Nach Möglichkeit mit der Strömung segeln und immer auf Seezeichen und Schiffsverkehr achten. Und das Wetter ist auch sehr wichtig zu beachten, bei Wind gegen Strom kann die Elbe z.B. schon ganz schön schlecht gepflastert sein Wink 

Schön,  dass dich das Flusssegeln so interessiert, eine Herausforderung ist es schon und da einige Flüsse ja selten gerade sind muss man sich immer neu orientieren. Als Kenner geht das aber gut :Smile

Grüße von der Stör 

Niklas
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#2
Moin Mike,

ich muss sagen,  dass die Stör ein relativ kleiner Fluss ist und ich regelmäßig auf ihr segeln gehe. Mein wichtigstes Hab und Gut ist dabei mein Gezeitenkalender. 

Beim Wandersegeln mit euch habe ich gemerkt, wie entspannt *ruhiges* Gewässer sein kann. Z.B. kann es für uns sehr problematisch werden, wenn wir nicht ausreichend Wind haben und nicht gegen die Strömung ankommen. Bin dann auch schonmal wieder umgedreht mit Kommando "Beide Maschinen (Paddel) volle Kraft voraus" in den Hafen zurück. 
Außerdem kann ich manchmal auch auf der Stelle segeln, wenn ich nicht gerade mit der Strömung segel. Beim Kreuzen merkt man den Versatz schon, das ist richtig.

Beim Segel setzen habe ich festgestellt, dass die Seesegler sich meistens erst eine Tonne suchen, bei der sie das Großsegel hochziehen können. Bei uns geht das nicht. Also Schiff gegen Wind oder Schwert in den Schlick und Segel hoch... man muss dabei unheimlich auf die Strömung achten. Zum Segel setzen nehme ich dazu auch meistens die etwas ruhigere Innenkurve des Flusses. Dieses Jahr geht's auf einen Törn zu den großen Schiffen auf die Unterelbe, bin mal gespannt. Nach Möglichkeit mit der Strömung segeln und immer auf Seezeichen und Schiffsverkehr achten. Und das Wetter ist auch sehr wichtig zu beachten, bei Wind gegen Strom kann die Elbe z.B. schon ganz schön schlecht gepflastert sein Wink 

Schön,  dass dich das Flusssegeln so interessiert, eine Herausforderung ist es schon und da einige Flüsse ja selten gerade sind muss man sich immer neu orientieren. Als Kenner geht das aber gut :Smile

Grüße von der Stör 

Niklas
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