Schlei Flottille 2016

2016 war das Holzpiratenfestival zu Gast beim Yachtclub Strande an der Kieler Förde. Im Vorwege hatten wir geplant erstmalig ein Wandersegeln mit Holzpiraten zu organisieren. Das schöne Revier der Schlei bot sich hierzu geradezu an als Flottille erkundet zu werden.

Tag 1 Ankommen in Missunde

Mit gleich 9 Segeljollen waren wir auch auf Anhieb eine große Gruppe von begeisterten Seglern, die sich so in Missunde im mittleren Teil der Schlei auf dem Campingplatz Wees traf. Ich bin begeistert, dass es so viele Boote geworden sind.

Nachdem unsere Zelte aufgebaut waren, wurden die Segeljollen (alles Holzpiraten) aufgetakelt und teilweise zu Wasser gelassen.

Ja, das ganze Gepäck muss mit und passt auch erstaunlicherweise rein in die kleine Pirat Segeljolle.

Erstes Fachsimpeln … 🙂

Tag 2 Probeschlag

Guten Morgen liebe Sonne! Was für ein herrliches Wetter!

Der Wind blies sehr kräftig am ersten Tag zum Segeln, an einen Tourstart war nicht zu denken, dennoch wagten wir uns raus auf das Wasser. Je nach Windabdeckung durch Bäume und Büsche hatten wir ein sehr abwechslungsreiches Erlebnis in der kleinen Bucht. Zwischen Null und starken Drückern um die 5-6 Beaufort auf freien Feld, legten sich unsere Jollen schwer auf die Seite und nicht jeder fühlte sich wohl dabei.

Zwischendurch mal entspannt Pause machen in der Abdeckung – an der Schlei war vielerorts möglich.

Unsere eigentliche Grobplanung vorab hatte einen Abstecher nach Westen mit Ziel Schleswig vorgesehen, welcher aber bei diesen Windstärken und aus Richtung West unerreichbar wurde. Durch den Schlauch wären wir noch gut gekommen, aber spätestens wenn wir auf die Große Breite gefahren wären, hat man bei Westwind eine sehr hohe Welle und eine lange Kreuz vor sich – zu viel des Guten für uns, wir blieben in Missunde.

Abends gehen wir gemeinsam Essen, eine Fähre bringt uns hin.

 

Tag 3 Teilaufbruch

Der Wind nahm am Folgetag nur wenig ab, sollte aber tendenziell weiter abnehmen die Folgetage. Die Gruppe war zwiegespalten nach den Erfahrungen des Vortages. Ein Teil wollte gar nicht auf Tour gehen und beim Campingplatz bleiben, der andere Teil wollte es wagen und bei achterlichen Wind Richtung Schleimünde Richtung Osten aufbrechen.

Nach gemeinsamen Austausch und Abstimmung entschlossen wir uns die Gruppe zu teilen. 4 Boote blieben in Missunde und 5 Boote packten ihre Zelte und Proviant ein, um auf Tour zu gehen.

Die erste Gruppe segelte in den folgenden Tagen sowohl in östliche Richtung nach Schleswig als auch westlich bis zur Lindaunis Brücke.

Ich war in der 5er Flottille welche auf Tour ging. Bei starken Raumschots Wind fuhren wir schwer beladen los. Kraftvoll schob der Pirat durch die Wellen bei viel Sonnenschein – herrlich!

Nach etwa 5 Seemeilen war zunächst Schluss wegen der geschlossenen Lindaunis Brücke. Wir bogen ab in den kleinen Seitenarm zum Lindauer Noor und hatten dort eine gute Abdeckung bis die Brücke sich öffnete, dann ging es weiter.

Die Rauschfahrt ging weiter und so steuerten wir als Ziel den Campingplatz Karschau an. Dieser liegt kurz vor Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands, welche wir am Folgetag besuchen sollten.

Drei Boote gehen an den Steg, ich und Lukas probieren das Ufer aus.

Die Leute vom Campingplatz sind echt nett und helfen uns mit ihrem kleinen Traktor unser ganzes Gepäck hoch zu fahren zur Zeltwiese. Anschließend grillen wir und haben bei wolkenlosen Nachthimmel einen fantastischen Sternenhimmel, ich bin begeistert! Nur noch an wenigen Orten wie hier kann man in Deutschland so toll die Milchstraße beobachten. Wir sind begeistert und klönen bis spät in die Nacht bevor wir in unsere Schlafsäcke uns verkrichen.

www.campingpark-schlei.de

Tag 4

Der nächste Morgen. Eine ruhige Morgenstimmung. Noch ist die Sonne tief und das Wasser spiegelglatt.

Die Sonne blendet mich, das Boot ist noch da, alles gut.

Nach dem Frühstück und dem Abbauen der Zelte geht es weiter nach Arnis – ein Katzensprung.

Die Schleiperle. Diesmal ging es daran vorbei, auf meiner Schlei Tour 2006 hatte ich genau dort angelegt und Kaffee getrunken.

Kurz hinter der Autofähre finden wir eine Anlegestelle. Mit der Fähre setzen wir rüber für einen Stadtbummel.

Alles ist sehr lieblich und hübsch hier.

Die ein oder andere bekannte Bootswerft ist hier zu finden.

Nach dem Stadtsparziergang segeln wir weiter nach Kappeln. Das liegt schon in Sichtweite.

Dann ist die Klappbrücke im Weg und wir kreuzen hin und her, um uns die Zeit bis zur Öffnung zu vertreiben. Ich habe ein komisches Erlebnis als ich den Anker werfe. Der Wind kommt von achtern und drückt mich Richtung Brücke. Das Boot schwenkt aber nur teilweise rum, da der Strom von vorne aus Richtung der Brücke entgegensetzt. Ich liege quer!

Endlich geht die Brücke hoch. Los geht´s, der Wind läßt uns leider zunehmend in Stich.

Wir fahren weiter nordwärts durch die Enge bei Kappeln mit dem Ziel Schleimünde oder Olpenitz.

Der Wind fängt an einzuschlafen, als sich die große Weite des Olpenitzer Noors vor uns öffnet scheint die Sonne herrlich bei einem flauen Abendwind. Massholm liegt voraus, ein Masterwald am Horizont.

„Unendliche Weiten“ – die Schlei ist echt abwechslungsreich. Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir sind alleine da draußen unterwegs.

Wir lassen Maasholm querab, aber Schleimünde ist zu weit weg für heute. Wir biegen auf halben Wege südlich ab Richtung Campingplatz Olpenitz. Die Gegend ist mir bekannt. Mir ist sehr mulmig.
Vor Jahren war ich schon einmal hier Wandersegeln und habe hier abseits des Tonnenstrichs Bekanntschaft mit großen Steinen gemacht. Es ging damals alles gut, aber der Schreck, als bei voller Fahrt das Schwert mit einem lautem Knall hochklappte, werde ich nie vergessen. Ich fahre stehend Ausguck, aber wir kommen heil an vor dem Campingplatz im nur noch knietiefen Wasser. Zum Anlegen bitte einfach aussteigen 🙂

Tagestörn geschafft!

Wir bringen den Heckanker aus und verteuen uns an Land. Der Grund ist sandig, aber ab und an gibt es kleinere Steine. Am nächsten Morgen sollte ich feststellen, dass ich auf einem Stein aufliegen werde (siehe weiter unten), weil der Wasserspiegel sinken wird.

Ankern in Flachwasser vor dem Campingplatz Olpenitz.

Ein idylischer Abendhimmel – Wandersegeln ist toll!

Die gemeinsamen Essen genießen wir alle und haben uns viel zu erzählen. Jeder hat einen anderen persönlichen Hintergrund und hat unterschiedliche Erfahrungen in seinem Seglerleben gemacht.

Wir sind bei Z wie Zeltwiese. Der Durchgang zum Ufer ist kurz.

Tag 5

Morgenstimmung – im Hintergrund Schleimünde. Die Sonne blendet und noch ist das Wasser nahezu spiegelglatt. Herrlich so in der Natur zu sein!

Oh, der Wasserstand ist gesunken.

Mein Boot liegt auf einem Stein auf. Wir müssen viel Kraft aufwenden um es darunter zu ziehen. Das Manöver bleibt nicht ohne Folgen, zum Glück nur am massiven Kielschwein.

Wir unternehmen doch keinen Schlag mehr rüber zur Giftbude, welche zum Greifen nahe liegt. Lukas probiert es zwar anfangs, kehrt aber schnell zurück. Die Luft ist irgendwie raus bei uns in der Gruppe. Wir haben viel erlebt, irgendwie langt es.

Wir genießen den Tag und lassen es langsam angehen. Gemütlich geht es zur Slipanlage, um die Boote rauszuholen. Die Autos und Hänger müssen wir ja auch noch nachholen aus Missunde.

Einreihen neben der Sliprampe

Das ist das Tolle: gemeinsam ist auch eine steile Rampe leicht zu bewältigen. Wir helfen uns gerne gegenseitig.

Der Tag vergeht gemächlich, wir genießen die Zeit mit uns. Timo hat leider Pech. Sein Bootsanhänger hat einen Bruch an der Deichsel. Irgendwo treibt er einen Schweißer auf, der ihn wieder fahrttüchtig macht an dem Tag. Das Festival morgen kann also kommen.

Tag 6 Aufbruch zum Holzpiratenfestival an der Kieler Förde

Mal wieder Frühstück in der Sonne, super! Jeden Tag hatten wir frische Brötchen und einen schönen Kaffee, was braucht es mehr zum Glück?
Nun geht es los per PKW in das nur 40 km entfernte Strande an der Kieler Förde. Wir sind unter den ersten Booten die eintreffen. Boote abslippen und ins Hafenbecken bzw. sich als Landlieger aufreihen. Es gibt ein großes Hallo mit den anderen Holzpiraten, die nach und nach eintreffen, am Ende werden es über 20 Holzpiraten sein. Das Wetter verschlechtert sich zum Abend hin, irgendwie hatten wir doch Glück mit dem sonnigen Wetter.

Tag 7

Heute ist Regattatag. Zuerst ist es regnerisch, später klar es auf, doch diese Geschichte erzähle ich hier weiter.

Vielen Dank an alle Teilnehmer des Wandersegeln 2016 auf der Schlei.  Es war toll mit euch!
Vielen Dank Bruderherz, für die schöne, gemeinsame Zeit!

PS: wer 2018 auf der Müritz mit uns Wandersegeln will der schaue mal bitte hier.

PS2: wer grundsätzlich Interesse hat mit seinem Holzpiraten mal Wandersegeln zu gehen, der kann sich hier in meinen Emailverteiler eintragen.

3 Gedanken zu „Schlei Flottille 2016

  1. Hallo Malte,
    vielen Dank für den tollen Bericht. Er ist eine schöne Erinnerung an die Tour.
    Guten Start in die Saison!
    Viele Grüße Matthias

  2. Schöner Bericht! Tolle Erinnerungen. Ich hoffe ich kann mal wieder bei so einer tollen Flotille mit euch dabei sein! Dann bringe ich auch auf jeden Fall meinen Piraten mit. schöne Grüße aus Cebu von den Philippinen, Niklas!

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