Bootstransport – integrierte Warnmarkierung als Persenning

Hier eine tolle Idee für den Jollentransport: eine Warnmarkierung als Bestandteil der Transportpersenning selbst.

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Das Ganze ist natürlich gesetzlich nach StVO § 22 Ladung Abs. 4 nicht notwendig, aber dennoch eine schöne Idee zum Nachahmen. Die Kennzeichnung von Ladungsüberständen mit einem hellroten, nicht unter 30 x 30 cm großen Schild, ist erst ab einem Überstand von 1 m vorgeschrieben. Die Lichtleiste mit dem Nummernschild ist aber bei den gängigen Bootstrailern für Pirat Segeljollen so weit hinten angebracht, dass ein Überstand von weniger als 1 m die Regel ist. Diese Lösung finde ich dennoch sehr sympatisch und gebe diese für die Tipp & Trick Sammlung gerne hier weiter.

Mehr Details hier: PDF der Polizei Hamburg – Ladungssicherheit für Trailer und Boote

Ein Gedanke zu „Bootstransport – integrierte Warnmarkierung als Persenning

  1. Hallo Holzpiratengemeinde,
    ich wünsche schöne Feiertage und schicke euch ein bemerkenswertes Gedicht von 1922
    ( wurde aktuell abgedruckt im Klassiker Magazin )

    „Der eigentliche Jollenfahrer“

    „Wassersport“, 1922

    Zählt der Mensch zu den bequemen,
    Muß er große Schiffe nehmen,
    Wo er sänftiglich kann ruhen
    In den weiß bezog’nen Truhen,
    Die der Seemann Kojen nennt,
    Und worin sich’s fürstlich pennt.
    Wo in des Salons Gemächern,
    Er sich kühlend kann befächern,
    Wo aus eines Eisschranks Spalte
    Eine Pulle lugt, ’ne kalte,
    Wo im Vorschiff an dem Herde
    Schwitzend spricht der Koch: „Es werde!“
    Und dem Herren seiner Wahl
    Brät ein wahres Göttermahl.

    Aber ist’s dem Erdensohne
    Gleich, ob unter Deck er wohne,
    Ob ihn nachts der Tau befeuchte
    Und der Mond zum Mahl ihm leuchte,
    Statt daß die Kardansche Lampe
    Strahlet von der Skylights Rampe;
    Daß, wenn er zur Ruh‘ sich strecket,
    Ihn ein Regenguß erwecket,
    Und der Bodenbretter Fasern
    Ihm den Rücken arg zermasern;
    Daß er morgens sich beim Waschen
    An die Schwertducht fest muß laschen,
    Und des Oberkörpers Teile
    Außenbords biegt eine Weile –
    Ist ihm dieses alles gleich,
    Dünkt es ihm ein Königreich,
    Wenn er eine Jolle hat,
    Sei sie noch ’so klein und platt,
    Sei das Segel noch so ältlich
    Und in seinen Bahnen fältlich,
    Sei der Mast auch schief gerichtet
    Und die Planken schlecht gedichtet.
    Sie sei eine Kenterklitsche,
    Oder naß, mitunter pitsche –
    Alles dieses stört ihn nicht.
    Freudig leuchtet sein Gesicht,
    Hat er Zeit für einige Tage,
    Abzutun des Lebens Plage,
    Und auf einer Segeljolle,
    Sei sie zierlich, sei sie volle,
    Macht auf seine eig’ne Art
    Eine kleine Jollenfahrt.

    Gut ist‘ s nie, daß ganz allein
    Ist der Mensch – er sei zu zwei’n!
    Auch beim längern Tourensegeln
    Halt dies hoch vor allen Regeln.
    Erstlich hat man Luvballast,
    Zweitens einen Mann vorm Mast,
    Der den letzteren, wenn nötig,
    Umzulegen ist erbötig.
    Ferner kann man mit ihm sprechen
    Und womöglich mit ihm zechen,
    Falls er ist kein Temperenzler
    Oder gar noch Abstinenzler.
    Hüte dich vor einem solchen,
    Der mit Fröschen und mit Molchen
    Wasser um die Wette trinkt
    Da, wo ihm der Bierkrug winkt.
    Prüfe drum vorher den Freund,
    Ob er dir auch tauglich scheint,
    Da in unsern heut’gen Tagen
    Viele sich des Trunks entschlagen.
    Löblich ist’s – doch diese Art
    Paßt nicht für die Jollenfahrt.

    Auch sollst du nicht Leute nehmen,
    Die man zählt zu den bequemen,
    Die nur lieben leichten Wind
    Und dem Pullen abhold sind,
    Die im Wirtshaus lieber speisen,
    Wo‘ auf ihren Wink, dem leisen,
    Tänzelnd, kommt der Wirt gezogen,
    Glättend ihres Magens Wogen.
    Diese Leute laß in Ruh,
    Denn sie drückt auch sonst der Schuh.
    Beispielsweise, wenn am Abend,
    Sich die Sonne senkt und labend
    Kühl und milde naht die Nacht,
    Sprechen sie: „Jetzt Halt gemacht!
    Doch der Wirt hat warme Betten,
    Und ich möchte alles wetten,
    Sicher auch noch guten Rum,
    Den in Grog man setzet um.“
    Protestierst du, bleibt er kalt,
    Murmelt weinerlich sein „Halt!
    Bester Freund, o schelte mich,
    Aber ich erkälte mich!“

    Diese guten Leute lasse
    Still bei ihrer Kaffeetasse
    Und in ihrem Federbett,
    Denn es wäre wenig‘ nett,
    Wollte man, wenn früh die Sonne
    Sich erhebt zu unsrer Wonne,
    Sie aus schwerem Schhlummer wecken
    Und ob ihres Gähnens necken,
    Da sie, ungewohnt der Härte
    Eines Bodenbretts am Schwerte,
    Alle Glieder arg geschunden,
    Eben erst den Schlaf gefunden.

    Hast du aber einen Freund,
    Der dir abgehärtet scheint,
    Der aus diesen kleinen Sachen
    Keinen Elefant tut machen,
    Der sich selbst tut Kaffee kochen
    Und mit Spiritus kann stochen
    Eine kleine Spritmaschine,
    Der mit froh bewegter Miene
    Hinblickt auf ein Spiegelei,
    Das er briet sich, eins-zwei-drei,
    Und der stolz ist, wenn der Erden
    Äpfel zu gebrat’nen werden,
    Und der traurig ist beim Essen,
    Hat zu salzen er vergessen.
    Der an eines Dorfes Pumpen
    Füllt die leeren Wasserhumpen
    Bei dem Wirt des Bieres Krug –
    Und hierbei die Hosen trug,
    Die er schon an Bordgetragen,
    Die entstammen ältern Tagen,
    Die mit Flecken übersät,
    Und diverse Mal vernäht,
    Der zum Schlachterladen wandelt
    Und dort zähes Fleisch erhandelt,
    Das auf seine zarten Bitten
    Noch geklopft wird und zerschnitten,
    Dieser Mann, ha, der ist wert,
    Auszufüll’n den Platz am Schwert,
    Diesen seh’n der Sonne Strahlen
    Morgens schon beim Kaffeemahlen,
    Dieser weiß, wie schön die Welt,
    Wenn der Mond sie nachts erhellt,
    Und ein lustig, schmetternd Lied
    Zeigt, wie froh sein leicht Gemüt.

    Weißt du solchen Freund zu finden,
    Tu´dich schnell verbinden,
    Denn ein Mann von dieser Art,
    Der ist wert der Jollenfahrt.

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