Rückblick: 75 Jahre Pirat Segeljolle

Mensch, wie die Zeit vergeht! Bevor der Pirat bald 80 Jahre alt wird, möchte ich zurückschauen auf 2013, als in Berlin am Tegeler See das 75.Jubiläum gefeiert wurde. Es war eine großartige Veranstaltung. Aus vielen Nationen nahmen über 140 Piraten teil, ein sehr großes Feld für Piraten – sensationell! Ganze 13 Boote davon waren Holzpiraten, von denen wiederum ein Großteil die regelmäßigen Teilnehmer des Holzpiratenfestival stellten.

Am Wochenende stolperte ich zufällig über diesen Schlüsselanhänger, den ich mir als Erinnerung vor Ort damals erstellen ließ.

Ein sehr schönes Stück – zu schön zum Benutzen, da sich die feinen, mit Laser eingebrannten, Gravuren im Alltag schnell abnutzen würden. Egal, im Schrank liegend hat man auch nichts davon und daher nehme ich meinen Fund zum Anlaß :

a) diesen nun täglich zu verwenden und
b) eine gesonderte „75 Jahre Pirat“ Seite hier zu erstellen.

Auf dieser Seite fasse ich also endlich alle hier schon vertreut veröffentlichten Einzelbeiträge inklusive des Videos von mir zusammen an eine leicht auffindbare Stelle. Viel Spaß.

Christoph war auf der Rheinwoche 2016

Christoph S. war auf der Rheinwoche 2016 von Köln-Porz bis Rees am 13. – 16. Mai. Eine tolle Veranstaltung, mit der ich auch liebäugel. Lest seinen Bericht und schaut euch sein Video an. Vielen Dank, Christoph!

Längste und wichtigste Flussregatta Europas, die seit 1922 immer über Pfingsten stattfindet. Gemeldet waren in diesem Jahr ca. 90 Boote, in Spitzenzeiten bis zu 130 Boote.

Im letzten Jahr hatte ich einige kleine Touren auf dem Rhein mit dem Holzpiraten durchgeführt (z.B. Hitdorf – Sporthafen Neuss) und meine Begeisterung für dieses Revier wuchs und wuchs. Trotz Berufsverkehr und Strömung ist ein Fahren/Segeln zwar anspruchsvoll, aber durchaus möglich.

Auf der Boot und im Netz wurde alles gesammelt, was an Informationen über dieses reizvolle Revier zu finden war. Und letzte Tipps erhielt ich noch von Thilo.

Für die Rheinwoche fehlte nur noch ein Vorschoter. Bei Maggis Binnenkursschülern wurde ich in Miriam „fündig“ und nach einer ersten gemeinsamen Probefahrt und einer recht ordentlichen Platzierung bei der Glockenregatta, konnte das Abenteuer Rheinwoche beginnen.

Meinen Piraten habe ich vor der Rheinwoche startklar gemacht − alle Stage, Beschläge, Segel kontrolliert, zusätzliche Auftriebskörper verbaut, Rettungsmittel und Kartenmaterial bereitgelegt und das leichte Aluschwert gegen ein recht schweres Stahlschwert ersetzt (Sturmböen waren angekündigt).

Am Vortag beim Einkranen / Slippen herrschte ein ziemlicher Andrang. Der Hafen war „zu“ und somit wurden wir erst einmal auf eine nahe gelegene Wiese delegiert, wo wir noch ca. 1 Stunde zusammen mit vielen anderen Teilnehmern warten mussten. Nach einer schönen, abendlichen Einführungsveranstaltung ging es dann am Samstag Morgen los. Nach der Steuermannbesprechung, die vor jedem Teilstück immer auf dem Begleitschiff MS Eureka (Bild) stattfand, wurden die Startgruppen bekannt gegeben. Für die Sicherheit / Begleitschutz auf dem Rhein sorgten 3 Boote der Wasserschutzpolizei und mehrere Einsatz-Teams der DRLG. Wir waren in Gruppe 3 (Piraten): 1 Holzpirat und 9 Kunststoff-Piraten mit Regattarigg − also eigentlich keine Chance für uns, eine zufriedenstellende Platzierung innerhalb der Gruppe zu erlangen.

Da jedoch die Wetteraussichten (Sturmböen, 12 Grad, teilweise Regen, Wind aus NW) keine Spazierfahrt ankündigte, lautete unser Motto nur: „Heil ankommen“! Dieses erwies sich nicht gerade als einfach, da wir mit heftigen Böen zu kämpfen hatten. Gleich am Samstag ging so manches Boot „verloren“, mind. 1 Kenterung, Mastbruch, Wanten- und Stage rissen und einige Piraten ließen sich aus Sicherheitsgründen schleppen. Der Rhein war stellenweise dunkelgrau bis schwarz. Eine Böe jagte die nächste und so mussten wir sehr oft das Grossegel fieren. Fast die gesamte Strecke wurde gegen den Wind gekreuzt…eine Wende folgte der nächsten. Waren es 300, 400, 500 oder noch mehr ?!?

Auf der Höhe von Neuss-Grimmlinghausen gerieten wir in ein besonders heftiges Böenfeld, bei der unsere Wende am linken Ufer (Grimmlinghausen) schief lief und wir an eine Buhne mit großen, teilweise scharfkantigen Steinen gedrückt wurden, wo wir uns nur gemeinsam unter größter Kraftanstrengung mit zwei Paddeln bewaffnet, freimachen konnten. Der Schreck saß für einen Moment (nicht nur bei mir) recht tief.

Auch der teilweise starke Wellengang machte uns zu schaffen, traf doch so manche Welle, die wir nahmen, unser Boot und Vorschoterin sei Dank hatte ich anfangs weniger von dem kühlen Nass abbekommen. Dieses änderte sich aber bald, da man sich als Vorschoter/in nur in jenem Augenblick ducken muss und der Steuermann dann der Leidtragende ist. Da wünschte ich mir so manches Male einen Scheibenwischer an der Brille. Die Gischt bzw. das Spritzwasser gelangte öfters über den Wellenbrecher ins Boot, was aber nicht wirklich ein Problem für uns darstellte, da der v-förmige Boden beim Holzpiraten mit Bodenbrettern abgedeckt ist und dieser „Hohlraum“ viel Wasser aufnehmen kann, ohne dass man nass wird wie zum Beispiel in der VB- oder Valkjolle.

Auf der Höhe vor Neuss ließen die Böen etwas nach und in einem Tross von ca. 5 Booten konnten wir zum ersten Mal an Tag 1 durchatmen und etwas trinken, als neben uns ein lautes Krachen alle erschrecken ließ: das Boot der Wasserschutzpolizei, dass uns in diesem Abschnitt einige Zeit begleitete, war rechtsrheinisch nahe der Buhnen aufgelaufen und saß fest − ein recht eigenartiger Anblick.

Auch Tag 2 war ähnlich anstrengend. Das Wetter wurde einfach nicht besser. Zudem war auf diesem Teilstück recht viel Berufsschifffahrt unterwegs – ein großer Schubverband folgte dem anderen. Dennoch haben wir alle Zielhäfen problemlos unter Segel erreicht und immer einen guten Platz an den Stegen erlangen können − mal im Päckchen als 8. Boot, mal direkt am Steg.

Das vorher gebuchte, warme Mittagessen auf der MS Eureka tat jeweils sehr gut und man hatte kurz die Gelegenheit sich aufzuwärmen und sich für die nächste Etappe neu zu sortieren.

Am dritten Tag ließen die Böen endlich nach und auf der recht kurzen Etappe von Wesel nach Rees ging es mit 2-3 Bft. ein wenig entspannter in die Einfahrt des Zielhafens Rees. Zum Glück wurden wir dort von einer freundlichen Crew der Yacht „Halle 6“ in Schlepp genommen, lag der Hafen doch gefühlte 1000m binnenwärts.

Schäden am Boot waren bis auf zwei verloren gegangene Segellatten nicht zu verzeichnen, der alte Kahn brachte uns die 167 km sicher durch alle Widrigkeiten.

Ergebnis für uns: Platz 60 in der Gesamtplatzierung, Platz 6 in der Piratengruppe, Blaues Band Platz 54, keine Disqualifikation 😉

Was bleibt, sind sehr schöne Erinnerungen an diesen stellenweise Höllenritt, an die vielen netten Teilnehmer, die perfekte Organisation und das Gefühl ein Abenteuer miterlebt zu haben, das süchtig macht.

Die nächste Rheinwoche in 2017 findet übrigens von Koblenz nach Hitdorf / Langenfeld statt, was sehr reizvoll klingt und … nach der Rheinwoche ist vor der Rheinwoche 😉

PS: sehr lesenswert ist auch der Bericht „Der Fluss der Abenteuer“ von einem der GFK Piraten.

Regatta Tipp – Flaggensignale Aufkleber

„Ach, das ist ja ein toller Tipp!“ sagte Matthias zu mir und fotografierte meine Pütz. Recht hat er eigentlich, hatte ich gar nicht dran gedacht, noch jemals hier gepostet.

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Jeder Regattasegler hat irgendwo an Bord diesen typischen, großen Aufkleber, aber wohin mit dem Ungetüm auf einem kleinen Holzboot? Ich brachte es seinerzeit nicht über mich das schöne Holz damit zu verdecken und entschied mich für die Pütz, die ich auch bei einer Regatta ständig griffbereit im Heck liegen habe.

Wo man den Aufkleber herbekommt weiß ich gar nicht. Ich habe ein paar Dickschiffregatten mitgemacht und da war so etwas als Werbegeschenk oft dabei. Auf Bootsmessen liegen die auch oftmals rum, also bei Gelegenheit zugreifen.

Ich habe das Ding also außen an meiner Pütz und somit wieder einen Tipp mehr für die Tipps & Tricks Sammlung 🙂

Die Wettfahrten aus Sicht des GPS Trackers

Mike Dauda, der Selbstbauer aus Österreich, hat die Wettfahrten auf dem Holzpiratenfestival 2015 (Fotos hier) mit seinem Piraten „Flame“ per GPS mitgetrackt. Der Kurs lautete: Startlinie – 1 (Luvtonne) – 2 – 3 (Leetonne) – 1 – 3 – Ziellinie. Die blauen Linien sind das Startvorgeplenkel unterhalb der Startlinie in Lee. Insgesamt wurden vier Wettfahrten absolviert. Die Luvtonne 1 war hart umkämpft und erlebte neben einigen Berührungen auch einen Versetzer.

HPF15-GPS-Tracks-MikeD-Flame

Mike hat dazu eine App für sein iPhone benutzt, welche er hier schon rezensiert hat. Vielen Dank für die Datennachbearbeitung, Mike!

PS: witzig, während der Wettfahrt hatte ich den Eindruck weit draußen auf dem See zu sein, aber dem war ja eigentlich gar nicht so 🙂

Eigentlich wolltest du nur Fotos machen

… für deine eigene Restaurierung. Du fährst zum Holzpiratenfestival und … auf einmal segelst Du sogar mit! Was für ein tolles Erlebnis! 🙂

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Genau so ist es Sven aus Hamburg ergangen (oben als Vorschoter). Lest selbst seinen Kommentar. Es hat ihm so gut gefallen, dass er nun ein Ziel hat: beim nächsten Holzpiratenfestival mit dabei zu sein! Freut mich das es dir so gefallen hat, Sven 🙂 . Alles Gute für deine Arbeiten am Boot!

Hallo an alle Piraten! Da ich ganz unverhofft am Samstag an den Regattan, auf der Aurum G2062 von Jürgen, teilnehmen könnte. Hatte ich endlich die Gelegenheit ein ganzes Rudel von Piratenjollen Live in Aktion zu sehen. An dieser Stelle ein Riesen Dankeschön an Jürgen, ein perfekter Tag!!! Eigentlich wollte ich nur einige Fotos schießen und mir Infos zu den Restaurierungen der Boote einholen um diese am eigenen Boot umzusetzen. Das es zu einem perfekten Segeltag auf dem Wasser wird damit habe ich nicht gerechnet. Vor Aufregung habe ich dann auch nicht ein Foto geschossen ? Nicht so schlimm. Leider habe ich diesen Tag dann doch etwas zu schnell abbrechen müssen, da ich am Abend von meiner Familie dringend zurück erwartet worde. Somit habe ich es versäumt Telefonnummern oder ähnliches auszutauschen. Dieses wird selbstverständlich nachgeholt. Jetzt werde ich mich noch stärker in die Restauration meines Bootes vertiefen, um den Termin für das Festival 2016 zu schaffen. In diesem Sinne “ bis zum nächsten Jahr “ G 2544 Bootswerft Fricke Baujahr April 1965 Gruß von der Alster an alle⛵️