Nun doch hier HTTPS statt HTTP

Moin zusammen,
nun also doch HTTPS bei mir auf holzpirat.org.

ACHTUNG: Off topic Beitrag, wer nur was zum Segeln lesen will sollte hier aufhören.

Viele von Euch wird es nicht gekümmert haben, aber schon mal aufgefallen sein vielleicht, dass diese Seite „unsicher“ sei, kein grünes Schloss oben bei der URL hat/hatte.
Eigentlich bin ich ja bei vielen Neuerungen im Web vorne mit an Ball, aber beim Thema HTTPS hatte ich es nicht eilig. Wieso? Es geht darum die Internetverbindungen zu verschlüsseln, also sicherer zu machen, insbesondere wenn personenbezogene Daten übertragen werden. Das ist ansich gut und begrüßenswert.

Nächste Stufe die gezündet wurde war immer das Argument, dass HTTPS Seiten bei Google höher bewertet werden, also das Ganze gaaanz wichtig sei.

Aber Malte, warum hast Du nicht schon vor Jahren dann umgestellt?

Nun, in erster Linie habe ich oder ihr keinen unmittelbaren Nutzen davon (sehr wenige personenbezogene Daten gibt es hier), ich aber einen weiteren, nicht unerheblichen technischen Mehraufwand am Hals.

Das Argument bei Google höher bewertet zu werden lässt mich kalt, da diese Website in ihrer Nische seit Jahren immer ganz oben gelistet wird, was soll sich da noch verbessern?

Kommen wir zu den benötigten Zertifikaten. Die kosteten anfangs auch ganz gut Geld. Für etwas was einen nicht wirklich was bringt im Hobbybereich nicht verlockend. Durch die kostenlosen Zertifikate von Let’s Encrypt aber ist auch das seit Jahren kein Thema mehr, wenn … wenn sich da mein Provider Hosteurope nicht so toll (*Ironie*) anstellen würde (im Gegensatz zur Mehrheit der anderen Anbieter). Er hat diese Zertifikate lange einfach nicht zugelassen, um seine eigenen Zertifikate für gut Geld an die Frau zu bringen. Groẞer Minuspunkt!

Nach langer Zeit (Marktdruck nahm zu) ließ er sie dann doch zu, aber … offenbar (ergaben meine Recherchen) nur umständlich einzubinden, frei nach der Maxime: wie mache ich es meinen Kunden schwer. Weiterer Minuspunkt!

Ich war viele Jahre echt zufriedener Kunde gewesen, aber diese Politik von Hosteurope bezüglich der Let’s Encrypt Zertifikate hat mich echt angesäuert, so weit, dass dies abgestraft gehört und zwar mit einem kompletten Anbieterwechsel!

So bin ich nun umgezogen zu einem Provider der auch mit Let’s Encrypt Zertifikaten gut geht (wie viele).

Der Entschluß war da, die Umsetzung für mich aber eine Hürde, ein Riesenthema.

Bislang habe ich alles mir selbst angeeignet und es braucht auch ein gewisses Nerdtum diese Technik zu betreiben. Alles easy if you know how, aber wehe eins der vielen Zahnrädchen klemmt und du weißt mal nicht weiter. Angesichts einer immer größer gewordenen Website in der nun 10 Jahre „Arbeit“ drin stecken, hatte ich Skrupel und viel Respekt das alleine zu stemmen.

Um meine Nerven zu schonen habe ich Torsten Landsiedel mit dem Umzug und der Umstellung auf HTTPS beauftragt – ein guter Invest. Der neue Webspace ist größer und sollte den nächsten Jahren genügend Raum geben. Zudem laufen nun einigen Dinge nun automatisch wie zum Beispiel die zahlreichen Updates von PlugIns und auch WordPress selbst, was bei Hosteurope nie funktionierte (bzw. nie hätte funktionieren können in dem mir zur Verfügung stehenden Produktpaket, wie ich erfuhr). Eine weiterer Pluspunkt für den Wechsel.

Ich bin also froh das alles einem Fachmann überlassen zu haben, der Routine darin hat.

Schönen Gruß aus dem Backend

Euer Malte

Strandsegeln – Teil 2

Ich habe es wieder getan. Vor gut 10 Jahren hatte ich das erste Mal eine Landyacht gesteuert und darüber hier berichtet. Was soll ich sagen – es hat mich nicht mehr losgelassen und so folgte nach dem 1-Tages-Schnupperkurs von damals nun im Oktober 2020 (vor der zweiten Corona Welle) ein 2-Tages-Grundkurs.

Geplant war der Kurs für Sa 3.+ So 4.10.2020 in Sankt Peter Ording. Leider war der Wind am Samstag mit bis zu 8 Windstärken viel zu stark – der Kurs fiel aus 🙁

Sonntag, Tag 2 (1) – Nun waren „nur noch“ 5-6 Windstärken angesagt. Es konnte also losgehen 🙂

Zunächst gab es natürlich eine Einweisung ins Revier, Verhaltensregeln, Vorfahrstregeln, etc.

Danach banden wir die Segelwagen zusammen und wurden südlich der Seebrücke gezogen auf die große Sandbank. Ich dachte man könnte sie ganz befahren, aber dies ist nur seewärts möglich, weil zur Landseite hin der Sand zu weich ist. Im Prinzip verlief der Tag 1 dann ähnlich wie der Schnupperkurs von damals.

Hier die GPS Tracks. Wir wurden runter auf die große Sandbank gezogen, knapp 1km südlich der Seebrücke mit dem Pfahlbau Arche Noah ging es los.

Das war´s. Der Kurs war abgelaufen, am nchsten Tag startete ein anderer Kurs. Und was nun mit meinem zweiten Tag?

Zum Glück war ich die ganze Woche zum Urlaub noch da in St.Peter Ording und daher zeitlich flexibel. So begab es sich, dass ich in einem anderen Kurs am Mittwoch, den 7.10.2020 meinen zweite Grundkursstag nachholen konnte. Der Wind war immer noch reichlich (5+ Bft) und es war viel Regen angesagt.

Zunächst ging es wieder südlich auf die große Sandbank. Dort war ein toller Segelparkour abgesteckt. Der Ablauf lief zunächst wie geplant, aber dann kam es ganz anders.Seht im Video die Einweisung und die Demonstrationsfahrt des Segellehrers mit spektakulären Ende.

Impressionen von der Sandbank

Die Unwetterfront zog auf und direkt über uns hinweg. Da fährt so ein Segelwagen schon mal auf zwei Rädern. Hoppla, zuviel für uns Schüler!
Abbruch, einpacken und dann kam die Regenfront. Kein Schutz weit und breit auf der Platte bei gut 6-7 Windstärken. Da kannst Du Dich nur wie Kühe auf der Weide mit dem Rücken zum Wetter stellen und abwarten. Brrrrr.

Alles schien vorbei zu sein, betrübt wurden wir in unserer Segelwagen Kolonne zurückgezogen, aber dann hielt unser Lehrer auf dem Trainingsgelände nördlich der Seebrücke doch noch einmal an. Das Wetter hatte sich beruhigt und wir bauten wieder alles auf und genossen noch ein paar tolle Runden, die ich unten mitgeschnitten habe.

Hier die GPS Tracks des Tages.

Alles in allem war das wieder ein super tolles Erlebnis – Strandsegeln! Achtung: Suchtgefahr!

Das man mit der Windkraft so schnell unterwegs sein kann ist für mich als Jollensegler ein unglaubliches Erlebnis von Speed und Freiheit. Ich kann jedem nur empfehlen es auch mal zu probieren. Es ist auch viel leichter als Segeln auf dem Wasser und daher für „Landratten“ gut geeignet.

Strandsegeln ist eine absolute Randsportart und selten im TV zu finden. Ab und an wird mal kurz darüber berichtet. Hier eine kleine Auswahl:

Es geht aber auch rockiger, alles eine Frage der Musik und schöner Kameraeinstellungen 😉

Hinweis:
dieser Betrag wurde auf meiner neuen Website www.strandsegler.net übernommen. Dort geht es zum Thema gesondert weiter.

Restaurierung Riva Aquarama Lamborghini

Als Segler einer Holzsegeljolle habe ich wenig Affinität für Motorboote. „Hebel on the table“ macht, zugegeben mal Spaß, aber schon nach sehr kurzer Zeit langweiligen sie mich. Sie sind laut und verbrennen einen Haufen Sprit. Segeln ist eindeutig meine Passion.

Mit einer Ausnahme: Riva!
die alten, italienischen Motorboote aus den 50er und 60er Jahre. Das Mahagoni und die Formgebung der negativen Hecks mit einfallenden Seitenwänden bringt mich ins Schwärmen, was für wunderschöne Motorboote!

Dieses Fundstück einer Restaurierung gebe ich daher gerne mal weiter an alle Holzwürmer hier.

Dieser 23 minütige Film ist schön anzusehen. Ein wenig Geschichtsfilm, die Restaurierungsarbeiten und eine Testfahrt. Für die Kenner: es handelt sich um die Riva Aquarama in einer Spezialversion mit zwei marinisierten V12 Motoren von Lamborghini – eine Rarität aus 1968. Riva verwendete in der Zeit zumeist Motoren vom amerikanischen Konkurrenten Chris-Craft, allerdings gab es auch Chrysler und Cadillac Crusader Motoren unter dem Riva Logo.
Die große Aquarama hatte V8 Motoren und begann Anfang der 60er in Serie zu gehen. Das Boot entwickelte sich aus der Tritone Serie und hatte als Neuerung einen Durchgang zum Spiegelheck fürs Baden. Der pure Luxus seiner Zeit.

Hier gibt es von 2013 das Zusammentreffen der Restaurierer mit Carlo Riva and Fabio Lamborghini – was fehlt ist leider der Sound der Motoren. Siehe auch www.rivalamborghini.com

Ich persönlich kann mich nicht entscheiden welche Serie in lieber mag, aber nur die mit negativen Heckspiegel, der schmaler nach hinten und oben wird, finde ich ästhetisch am ansprechendsten für das Auge. Dies gilt für die Serien Ariston, Tritone und Aquarama.

Chris-Craft aus den USA hat auch ähnlich schöne Runabouts mit Barrelbacks verkauft. Meiner Meinung nach ist jedoch die Eleganz der italienischen Rivas mit deutlich negativeren Heckspiegel ungeschlagen.

Vendée Globe startet mit Boris

Die Wintersaison ist noch sehr jung, aber ab heute können wir intensiv in Gedanken mitsegeln gehen. Was gibt es besseres als einer Regatta life über viele Tage zu folgen, wenn jemand aus Deutschland mit dabei ist? Boris Herrmann startet in der Vendée Globe Regatta mit der 18m Slup „Seaexplorer“ und ich bin gespannt wie es für ihn ausgehen wird. Vor ein paar Wochen gab es schon einen Trainingslauf der Teams hoch nach Island und Boris hat erstaunlich gut abgeschnitten. Seinem Boot hat er Foils nachträglich eingebaut und es ist schon irre was für 24h Etmale hier erreicht werden. Da man ja seit einigen Jahren immer sehr schön sehen kann wie die Winde wehen und sich die Wettersysteme vor der Flotte entwicklen ist es sehr spannend so ein Rennen täglich zu verfolgen. Wer also neugierig ist dem empfehle ich diese Website für die nächste Zeit:

[update 08.11.2020 – 17:00]
Der Start liegt mittlerweile hinter uns. Boris war kurzzeitig für wenige Minuten auf Platz 1, nun auf Platz 5. Jetzt erst einmal schauen wie die ersten 24h verlaufen. Anbei nun auch ein Link zur Karte.

Nur Fliegen ist schöner

Ich glaube ich bin nicht der einzige Oldtimer-Segler der sich dennoch für andere Arten des Segelns interessiert und begeistern kann. Gespannt verfolge ich seit Jahren die Entwicklung hin zu immer schnelleren Booten. Die Skiffs machten den Auftakt und seit ein paar Jahren kommt das Foilen immer mehr in Mode. 2014 hatte ich mit Moritz abseits der Hamburg Summer Classics (siehe auch mein Video) die Möglichkeit einen Motte Segler während des Aufriggens zu befragen. Ein unglaubliches Sportgerät, Carbon wohin man schaut und als ich sie hochheben durfte, fühlten sich 30kg noch nie so leicht an. Phantastisch!

Interessant nun diese hier auf Yacht TV vorgestellte Jolle „The Foiling Dinghy„. Offenbar ist das Handling deutlich zahmer und die Segeleigenschaften dichter dran an den üblichen Jollen als einer Motte. Besonders lustig empfand ich den Augenblick (bei 6:23 Min), als ein Holzpirat durch das Bild kreuzte, wer das wohl war? Moderne trifft Classic – eine schöne Szene 🙂

Screenshots mit Holzpirat