Umfrage – Wieviele Holzpiraten gibt es noch?

Hallo zusammen,
heute möchte ich euch alle mal nach eurer Einschätzung befragen. Es gibt kein vollständiges und aktuelles Bootsregister in Deutschland anhand dessen man nachsehen könnte wieviele Piraten aus Holz noch existieren – alle sind vertreut da draussen. Man kann nur schätzen wieviele es heute noch sind.

Unten steht meine Überschlagsrechnung. Was denk ihr? Stimmt bitte ab:

Anzahl der noch aktiv bewegten Holzpiraten auf dem Wasser

  • 200 - 300 (29%, 12 Votes)
  • 100 - 200 (21%, 9 Votes)
  • 300 - 400 (19%, 8 Votes)
  • mehr als 500 (19%, 8 Votes)
  • 400 - 500 (12%, 5 Votes)

Total Voters: 42

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Anzahl der nicht mehr aktiven Holzpiraten (Scheune, noch restaurierbare Boote und Wracks)

Anzahl der nicht mehr aktiven Holzpiraten

  • 100-150 (46%, 18 Votes)
  • mehr als 300 (26%, 10 Votes)
  • 200-250 (15%, 6 Votes)
  • 50-100 (5%, 2 Votes)
  • 250-300 (5%, 2 Votes)
  • 150-200 (3%, 1 Votes)

Total Voters: 39

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Meine Schätzung ist wie folgt: ca. 100 verschiedene Holzpiraten haben das Holzpiratenfestival jemals besucht. Ein vermutlich größerer Teil wird nie zum Festival kommen (nicht mobil, kein Interesse, zu weit weg, kennt uns nicht, etc.). Die Zahl der mehr oder minder „aktiven Boote“ schätze ich so auf ca. 200 – 300 Jollen. Ein Teil von den Holzpiraten ist nicht mehr auf dem Wasser unterwegs, diese Anzahl ist sehr schwer zu schätzen. Ich denke ein relativ kleiner Teil ist noch in guten Zustand eingemottet, der Rest verrottet vor sich hin. Insgesamt tippe ich hier auf vielleicht 50 bis maximal 150 Boote. Je nach Bandbreite komme ich so auf eine Zahl von etwa 250 – 500 noch existierenden Holzpiraten.

Vielleicht liege ich damit aber auch vollkommen daneben. Wie seht ihr das? Was meint ihr? Ich bin sehr an eurer Einschätzung interessiert.

FKY Wintertreffen 2017

Letztes Wochenende fand das Wintertreffen des Freundeskreis Klassische Yachten statt. Wolfgang hatte hier im Holzpiraten Forum darauf aufmerksam gemacht und so entschloss ich mich kurzfristig auch im Vortragssaal des Völkerkundemuseums Hamburg mit dabei zu sein.

Es wurde viel geboten für die Segler. Andreas Borrinck vom Hamburger Segel Verein warb für die Teilnahme an der „25. Hamburg Summer Classics“ und präsentierte zahlreiche Fotos der Vorjahre (2014 war ich mit Moritz dabei – siehe Fotos und Video hier). Interessanterweise restauriert er gerade einen Holzpiraten von „Burmester“ (ein Bootsbauer welchen ich leider nicht auf meiner Werftliste finde). In seinem Vortrag kamen neben den Folkebooten „langsam,schwer, daher immer im hinteren Feld“ ausgerechnet auch die Holzpiraten schlecht weg. Auf die Frage warum so wenige Piraten dabei seinen, kam seine Antwort: „die sind vielleicht nicht so fotogen und nicht sportlich zu segeln“. Da ging ein lautes Raunen durchs Publikum. Ich habe mir einen lauten Protest nur schwer verkneifen können, zumindest wisst ihr(!) ja wo die Holzpiraten eigentlich segeln 😉

Sehr interessant fand ich den Vortrag „3D meets classic“ Hier führte Christian Grützmann die Klassikerszene an die moderne 3D Druck Technologie heran. Er erklärte die Technik und die Möglichkeiten die sich für den Bau von seltenen Beschlägen, Einzelstücken insbesonders, bei den alten Boote böten. Ein paar schöne Versuchsmuster brachte er mit zur Illustration, die in der Pause zu zahlreichen Nachfragen bei ihm führten.

Hier das Beispiel seines Mastbeschlags, welchen er zum Drucken sich vornahm:

Der erste Druck erfolgte noch in Kunststoff (rechts), der zweite schon in Titan. Wie man sieht, weist der Protoyp an der Seite noch eine termische Belastungsfalte auf, welche beim nächsten Versuch verschwinden soll. Beeindruckend das geringe Gewicht bei gleicher Festigkeit wie Edelstahl.

Hier ein Pinnenausleger – sehr gelungen.

Ein weiterer Mastbeschlag in Titan gedruckt, der erinnert mich schon ein wenig an den Mastbeschlag des Piraten.

Sehr beeindruckend auch diese große, gedruckte Klampe.

Hier sieht man auf der einen Seite noch den beim Drucken notwendigen Unterbau (wird mitgedruckt) bei Gegenständen die einen Neigungswinkel >45 Grad zur Senkrechten aufweisen. Später werden diese entfernt und die Kontaktstellen abgeschliffen. 

Es ist also heute recht leicht möglich einzelne Gegenstände, gar ganze Boote abzuscannen und die entprechenden Gegenstände im 3D Drucker nachzubauen bzw. zu drucken. Eine neue Technik, die nicht im Widerspruch mit der alten Technik der alten Yachten und Jollen stehen muss und neue Wege der Erhaltung eröffnet.

Das war wirklich ein schöner Abend gewesen. Wolfgang und ich sind uns leider nicht über dem Weg gelaufen, dafür mir aber noch zwei andere Holzpiraten begegnet. Einer davon war Didi, der Bootsbauer vom Bodensee, der mit seinem Piraten Amy auf dem 2013er HPF dabei war (Video davon und seine Restaurierung siehe hier). Er hat Amy mittlerweile verkauft, sich eine Hansajolle zugelegt und nun aber wieder einen Holzpiraten gekauft. Scheint eine tolle Segeljolle zu sein, dieser Pirat 😉

Pirat G1635 Leila (55) & Lukas (13)

Ein toller Anblick!

So sieht die Jolle heute aus, aber das war nicht immer so…

Da musste viel Zeit und Arbeit investiert werden …

Hallo liebe Besucher,
heute möchte ich euch Lukas vorstellen. Ich lernte ihn im Alter von 14 Jahren kennen, als er auf dem Holzpiratenfestival 2015 mit seinem eigenen(!) Holzpiraten auftauchte und uns zeigte, wie er ihn im Alter von 13 Jahren(!) begonnen hatte zu restaurieren. Ein ungewöhnliches Hobby für einen Jugendlichen und absolut bewundernswert wie er dieses Großprojekt gemeistert hat! Hut ab!

Bitte lest selbst seinen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos auf dieser neuen Unterseite von holzpirat.org.